08.05.2008, 11:49 Uhr
Markus Katzer und Ümit Korkmaz hatten etwas gemeinsam. Es war nicht die Art der Verletzung, sondern die Häufigkeit. Katzer erlitt den zweiten Kreuzbandriss innerhalb zweieinhalb Jahren, Korkmaz vor einiger Zeit die dritte Muskelverhärtung. Konnte man dagegen etwas tun? Ja – nämlich vielleicht das Risiko einer neuerlichen Verletzung mindern. Über Rapid-Arzt Dr. Benno Zifko kam der Kontakt zum Wiener Unternehmen Körper.Geh.Fühl zustande, das sich dem Höhentraining unter Laborbedingungen verschreibt. „Korkmaz ist mit seiner Verhärtung zu uns gekommen“, erzählt Geschäftsführer Herbert Kernreuter: „Einige Massagen später, durch Wolfgang Frey in der Höhenkammer, ging’s ihm schon besser.“ Auch „Mecki“ Katzer verdankte sein rasches Comeback am Feld, nur drei Monate nach seinem Kreuzbandriss, unter anderem dem Training in der Höhenkammer. Ein Wort, das so harmlos klingt, dessen Bedeutung für unsere Spieler aber zu immer größerer Bedeutung wird.
Rapid weltweit der erste Verein
Seit den 50er Jahren werden Versuche mit künstlicher Höhenluft bei Sportlern gemacht. Bis in die 80er-Jaher mußte das allerdings mit Unterdruck gemacht werden, daher wurden in maximalen Höhen von ca. 2.500 Meter gearbeitet, um keinem zu schaden. Mit der neuen Technologie können bei normalem Druck Höhen über 6.400 Meter realisiert werden. Unter diesen Bedingungen radelte etwa Katzer am Ergometer, Korkmaz und Hofmann wurden massiert. Oder man macht's wie Bazina und Heikkinen, „die einfach kamen, und sich in die Kammer reinsetzten – ohne viel Training“, sagt Kernreuter und grinst: „Nach der Einheit waren sie begeistert, fühlten sich wie neu.“ Wenig verwunderlich, denn der Körper stellt sich automatisch auf die veränderten Bedingungen ein: Man beginnt, wesentlich aktiver und tiefer zu atmen, das Lungenvolumen wird effizienter genützt, die Durchblutung steigt und neue Kapillaren bilden sich bei den Muskeln, die sich wiederum lockern. Unter dem Strich bleibt der positive Effekt, dass sich die Spieler schneller regenerieren können und schneller fit sind. Diesen Effekt versprach sich auch das englische Nationalteam, das vor der WM 2006 Wayne Rooney Höhentraining in einem Sauerstoffzelt verordnete, damit dessen Verletzung schneller heilte und er zum Turnierstart wieder fit wurde. Was auch geklappt hat. Auf Vereinsebene hält Rapid allerdings die Pionierrolle: Weltweit ist unsere Mannschaft der erste Verein, der mit den regenerativen Methoden der Höhenkammer arbeitet.
„Nur erfahrene Leute“
Herbert Kernreuter betont, dass diese Art des aktiven Trainings (also Radeln usw.) allerdings nur Sinn hat, wenn es während einer Reha-Phase ausgeübt wird, die auf den Spieler ausgerichtet ist. Wenn Rapid am Freitag ein Spiel hat, und das nächste am kommenden Samstag, dann ist davon abzuraten, in der Höhenkammer zu schwitzen. Regneratives Ausradeln (mit geringem Widerstand) oder passive Besuche, also einfach reinsetzen oder massieren lassen sind aber möglich und auch das Ziel. „Das Training erfolgt unter den Augen von erfahrenem, geschultem Personal, das nur mit sportwissenschaftlichen Erkenntnissen arbeitet“, fügt der erklärte Rapid-Fan Kernreuter hinzu, „wenn das unerfahrene Leute machen würden, könnte man bei den Sportlern Schaden anrichten“. Das dann in weiterer Folge auf die Kosten unserer Mannschaftsleistung geht – was keiner möchte. Weil Rapid-Arzt Zifko die Methode für positiv erachtete, beschreitet unsere Mannschaft nun ganz neue (Trainings-)Wege. Und wie heißt es so schön: Nur die Mutigen werden belohnt.
Informationen unter: www.k-g-f.at/Hypoxicoat
(gub)