18.10.2015 18:16
Profis, Bundesliga, Spielbericht

Bittere Schlappe in Wolfsberg

Einer der Aktivposten in Wolfsberg war einmal mehr Florian Kainz

In der letzten Runde der abgelaufenen Saison feierte Rapid beim Wolfsberger AC noch einen 5:0-Kantersieg, eine Wohltat nach vielen Reisen ins Lavanttal, die mit eher frustrierten grün-weißen Heimfahrten endeten.

Am heutigen Sonntag sollte abermals ein „Dreier“ her um die Tabellenführung zurück zu erobern. Doch leider wurde es nichts daraus, denn eine starke Anfangsphase verpuffte regelrecht und musste Rapid schlussendlich eine nicht unverdiente 1:2-Niederlage hinnehmen

Trainer Zoran Barisic konnte erstmals wieder auf Thanos Petsos und Louis Schaub setzen, verzichten musste er hingegen auf Flügelflitzer Philipp Schobesberger (Knieblessur), der aber laut Sportdirektor Andreas Müller schon am Donnerstag wieder einsatzbereit sein sollte. Auf der Bank vorerst auch Kapitän Steffen Hofmann, daher führte Mario Sonnleitner in seinem insgesamt 300. Bundesligaspiel die Mannschaft als Kapitän auf das Feld und verlas auch im Rahmen der Aktionswochen die klare Botschaft: „Der SK Rapid sagt: Kein Platz für Diskriminierung!“

Rapid übernahm vom Ankick an das Kommando, in den ersten Minuten konnten die Gastgeber einen Abschluss aber noch verhindern. In der elften Minute dann die erste Schrecksekunde für Rapid, Thanos Petsos verknöchelte und musste – begleitet von der medizinischen Abteilung - vom Feld. Unmittelbar danach kamen die „Wölfe“ dann auch zur ersten Halbchance, ehe unsere Nummer 5 zumindest für ein paar Minuten auf den berüchtigten Rasen der Lavanttal-Arena zurückkehrte. Schließlich kam Srdjan Grahovac nach knapp einer Viertelstunde für den eben erst von einer beim griechischen Team erlittenen Verletzung genesenen Petsos in die Partie. In der 20. Minute brannte dann erstmals „der Hut“ im Strafraum von Jan Novota, als eine Hereingabe von Veteran Joachim Standfest für Gefahr sorgte, aber schlussendlich konnte die grün-weiße Defensive klären. Im Gegenzug wollte dann Matej Jelic unsere Nummer 33, Jung-Papa Deni Alar, mit einem Stanglpass versorgen, doch Daniel Drescher vereitelte einen erfolgreichen Torabschluss. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste beeindruckende 77 Prozent Ballbesitz!

Wieder einmal keine Reise wert - die Lavanttal-Arena in Wolfsberg

Ohne Petsos und mit 0:1 in die Pause

Die beste Chance hatten dann aber die Gastgeber in der 24. Minute, als Thomas Zündel nach einem Einwurf von Standfest aus viel versprechender Position zum Abschluss kam, glücklicherweise aber alleinstehend knapp das Tor verfehlte. Kuriose Szene dann knapp 120 Sekunden später, als Stefan Stangl und Christopher Dibon im eigenen Strafraum zusammenkrachten und unser Linksverteidiger sogar behandelt werden musste. Doch beide konnten weitermachen. In dieser Phase ließ sich unsere Mannschaft das Match ziemlich aus der Hand nehmen und kam auch nicht richtig in die Zweikämpfe.

Daher nach 30 Minuten 4:1 für den WAC, glücklicherweise nur was die Torschussbilanz betrifft. Jan Novota musste bis dahin kein einziges Mal eingreifen, auf der anderen Seite war aber auch Christian Dobnik arbeitslos. Der musste in der 40 Minute erstmals auf dem Posten sein, hatte aber mit einem Aufsitzer von Stefan Stangl keine Probleme. Doch damit kam wieder Leben ins grün-weiße Offensivspiel, nur wenige Sekunden später hatte Louis Schaub eine gute Chance auf die Führung, sein Schuss ging aber klar am Tor vorbei. Quasi im Gegenzug dann aber die kalte Dusche. Plötzlich stand Jacobo mutterseelenalleine vor Novota und hatte dann auch noch das Glück auf seiner Seite. Seine Auflage verirrte sich nämlich ins Tor und so jubelten die „Wölfe“ über die nicht unverdiente 1:0-Führung. Nach 48 Minuten bat Schiedsrichter Alexander Harkam zum Pausentee, auf eine Ausgleichschance mussten die rund 800 mitgereisten grün-weißen Fans vergeblich warten.

Leider keinen Grund zum Jubeln gab es für Mario Sonnleitner in seinem bereits 300. Bundesligaspiel

Ouedraogo sorgt für die Entscheidung, Anschlusstreffer von Schaub kommt zu spät!

Nachdem Zoran Barisic bereits in der 15. Minute wechseln musste, schickte er seine Mannen unverändert in die zweite Spielhälfte. Wie aus der Pistole geschossen starteten aber die Gastgeber nach Wiederanpfiff und gleich zweimal war es Jan Novota zu verdanken, dass bei einer Doppelchance von Issiaka Ouedraogo kein Kärntner Torjubel die Folge war. In weiterer Folge standen die gastgebenden „Wölfe“ kompakt und zeigten sich vor allem in der Defensive sehr bissig. Und blieben auch in der Offensive brandgefährlich. So kam es in der 58. Minute wie es in solchen Spielen scheinbar oft kommen muss. Nach einem Konter schloss der Ex-Admiraner Ouedraogo mit einem unhaltbaren Schuss ab und erhöhte auf 2:0 für die Mannschaft von Trainer Dietmar Kühbauer. Nur zwei Minuten später brachte dessen Gegenüber Zoran Barisic frisches Blut in die Partie und kam Kapitän Steffen Hofmann für Deni Alar in die Partie. Vorerst änderte dies aber nichts am Spiel, denn die Wolfsberger machten teilweise mit einer Sechser-Kette dicht, blieben aber im Konter immer brandgefährlich. Im Gegensatz kam Grün-Weiß bis zur 70. Minute, in der Ouedraogo, der die Rapid-Defensive einige Male in schwere Bedrängnis brachte, zu keinem einzigen Torschuss. Kurz vor Beginn der Rapidviertelstunde kam dann Philipp Prosenik für Matej Jelic, der an diesem Tag ziemlich in der Luft hing, in die Partie. Mit dem Einklatschen der Rapidviertelstunde erstmals Gefahr im Wolfsberger Strafraum, doch leider ging ein Schuss von Kapitän Steffen Hofmann nach einem Corner von Florian Kainz klar am Gehäuse vorbei. Der Beginn einer Schlussoffensive? Schon in der 78. Minute der nächste Corner, nach einem Pressball kam Philipp Prosenik unter Bedrängnis an den Ball, setzte diesen aber über das Tor. In der 83. Minute hatten die Wolfsberger dann sogar die Chance auf die endgültige Entscheidung, brachten aber das Leder nicht im Gehäuse von Novota unter. Erst in der Nachspielzeit keimte wieder etwas Hoffnung auf, denn Louis Schaub nutzte ein Missverständnis in der Wolfsberger Defensive und bugsierte den Ball zum Anschlusstreffer in die Maschen!

Leider zu spät und daher reichte es zum erst zweiten Saisonsieg für die Gastgeber und der war unterm Strich verdient (Christopher Wernitznig traf in der 89. Minute noch Aluminium). Grün-Weiß muss diese Niederlage rasch verdauen, denn jetzt stehen innerhalb von zehn Tagen gleich vier wegweisende Partien im Ernst-Happel-Stadion auf dem Programm. Am Donnerstag kommt Viktoria Plzen, am Sonntag die Wiener Austria, gleich danach folgt im Rhythmus Mittwoch/Sonntag die Salzburger Austria im ÖFB-Cup und Sturm Graz in der 14. Runde der tipico-Bundesliga. Genug Möglichkeiten also, um den heute doch enttäuschenden Auftritt wieder gut zu machen!

 

WAC - SK Rapid 2:1 (1:0)
Lavanttal-Arena, 4.600 Zuschauer, SR Harkam

Torfolge:
1:0 Jacobo (42.)
2:0 Ouedraogo (57.)
2:1 Schaub (93.)

WAC: Dobnik - Standfest, Rnic, Drescher, Baldauf - Zündel (81./Wernitznig), Rabitsch, Hüttenbrenner, Jacobo - Silvio, Ouedraogo (71./Hellquist, 85./Putsche)

Rapid: Novota - Auer, Sonnleitner, Dibon, Stangl - Petsos (16./Grahovac), Schwab - Schaub, Alar (60./S. Hofmann, F. Kainz - Jelic (73./Prosenik)

Gelbe Karten: Baldauf bzw. keine

 

Tabelle

Tabelle
Pl. Team Spiele Tore Punkte
1. FC RB Salzburg 15 +23 34
2. SK Sturm Graz 15 +8 32
3. SK Rapid 15 +8 29
4. FC Flyeralarm Admira 15 +2 22
5. LASK 15 +1 20
6. FK Austria Wien 15 +1 19
7. SCR Altach 15 -6 16
8. Wolfsberger AC 15 -6 14
9. SV Mattersburg 15 -8 14
10. SKN St. Pölten 15 -23 4