Grosse Spiele

In seiner langen, glorreichen Geschichte konnte der SK Rapid auf zahlreiche große Spiele zurückblicken. Hier findet ihr die Auswahl der denkwürdigsten Partien, dazugehörige Spieldaten und Highlightvideos grün-weißer Sternstunden

Der Mitropacupsieg 1930

Der Mitropacup war vor dem zweiten Weltkrieg der wichtigste Klubbewerb und gilt als Vorgänger der Champions League. Der SK Rapid gewann diesen Bewerb im Jahr 1930 als erste österreichische Mannschaft und hievte sich somit in Europas Fußballspitze. Als Außenseiter ins Spiel gegangen, bezwang Rapid Sparta Prag auswärts im Finalhinspiel mit 2:0. Das 2:3 in Wien fiel nicht mehr ins Gewicht – Rapid war Mitropacupsieger. Auf dem Weg ins Finale schalteten die Hütteldorfer auch die Topklubs CFC Genua (6:1) und Ferencváros Budapest (5:1) auf fulminante Art und Weise aus.

 
2.November 1930 | Letna Stadion (Prag) | 25.000 Zuschauer
Sparta Prag: Belik; Burgr, Hojer; Madelon, Kada, Srbek; Patek, Kostalek, Braine, Silny, Hejma
SK RAPID: Bugala; Schramseis, Czejka; Rappan, J. Smistik, Vana; Kirbes, Weselik, Kaburek, Luef, Wesely
Tore: 0:1 (9.) Luef, 0:2 (57.) Weselik

Der Gewinn des Tschammer-Pokals 1939

In den Zeiten des Nationalsozialismus nahmen die österreichischen Vereine an großdeutschen Bewerben teil. Fußball wurde in dieser schwersten Epoche Europas zur Nebensache, der Spielbetrieb zog sich dennoch durch den gesamten zweiten Weltkrieg, bis kurz vor der deutschen Kapitulation. 1939 gewann Rapid den Tschammer-Pokal, den Vorgänger des DFB-Pokals, mit einem 3:1-Finalsieg über den FSV Frankfurt. Wie so oft wurde die Rapid-Viertelstunde zum Trumpf für Grün-Weiß: Die Frankfurter führten bis zur 80.Minute mit 1:0, ehe Treffer von Georg Schors, Johann Hofstätter und Franz „Bimbo“ Binder das Spiel zugunsten Rapids entschieden.

 
8.Jänner 1939 | Olympiastadion Berlin | 40.000 Zuschauer
SK RAPID: Raftl; Sperner, Schlauf; Wagner, Hofstätter, Skoumal; Hofer, Schors, Binder, Holec, Pesser
FSV Frankfurt: Wolf; May, Schweinhardt; Böttgen, Dietsch, Fendt; Armbruster, Heldmann, Dosedzal, Faust, Wörner
Tore: 0:1 (17.) Dosedzal, 1:1 (80.) Schors, 2:1 (85.) Hofstätter, 3:1 (88.) Binder

Franz Binder holt die Victoria nach Hütteldorf

Knapp zwei Jahre nach dem Gewinn des Tschammer-Pokals holte Rapid auch die Victoria, die deutsche Meisterschaft, nach Hütteldorf. Vor fast 100.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion spielte der FC Schalke 04 die Hütteldorfer lange Zeit an die Wand und führte nach einer Stunde mit 3:0. Rapid brauchte erneut nur zehn Minuten um das Spiel noch zu drehen: Georg Schors sorgte für den Anschlusstreffer und Franz Binder verwandelte zwei Freistöße und einen Elfmeter, wodurch das Spiel und die deutsche Meisterschaft nach Hütteldorf gingen.

 
22.Juni 1941 | Olympiastadion Berlin | 95.000 Zuschauer
SK RAPID: Raftl; S. Wagner, Sperner; F. Wagner, Gernhardt, Skoumal; Fitz, Schors, Binder, Dvoracek, Pesser
Schalke 04: Klodt; Bornemann, Schweißfurth; Füller, Tibulski, Gellesch; Burdenski, Szepan, Eppenhoff, Kuzorra, Hinz
Tore: 1:0 (5.) Hinz, 2:0 (8.) Eppenhoff, 3:0 (58.) Hinz, 3:1 (62.) Schors, 3:2 (63., Freistoß) Binder, 3:3 (65., Elfmeter) Binder, 3:4 (71., Freistoß) Binder

Die Supersaison 1950/51: 133 Tore in 24 Spielen

Durchschnittlich 5,54 Tore pro Spiel – zweifelsfrei ein Rekord für die Ewigkeit. In der Fabelsaison 1950/51, in der Rapid den 17.Meistertitel feierte, wurden die Kanoniere ihrem alten Spitznamen gerecht. Gleich in der ersten Runde wurde der LASK mit 11:2 besiegt und im weiteren Meisterschaftsverlauf folgten erbarmungslose Spiele gegen Sturm Graz (12:1), den FC Wien (8:0) und im Praterstadion gegen die Vienna (9:0) und Elektra (11:0). Außerdem holte Grün-Weiß den – im Vergleich zum Mitropacup weniger bedeutenden - Zentropacup dank eines 3:2-Finalsieges über Wacker Wien, nachdem zuvor Lazio Rom mit 5:0 ausgeschaltet wurde. Sinnbildlich für die denkwürdige Spielzeit steht aber das trefferreichste Derby der Geschichte, in dem die Wiener Austria im prall gefüllten Praterstadion nach einem heißen Fight mit 7:5 bezwungen wurde.

 
17.September 1950 | Praterstadion | 55.000 Zuschauer
Austria Wien: Schweda; Melchior II, Kowanz; Joksch, Ocwirk, Böhme; Melchior I, Richter, Huber, Stojaspal, Aurednik
SK RAPID: Zeman; Merkel, Happel; Müller, Gernhardt, Golobic; R. Körner, Riegler, Dienst, Probst, A. Körner
Tore: 0:1 (10.) Gernhardt, 0:2 (12.) Gernhardt, 1:2 (13.) Huber, 1:3 (20.) A. Körner, 2:3 (23.) Huber, 3:3 (39.) Melchior I, 4:3 (44.) Richter, 4:4 (47.) Dienst, 5:4 (55.) Melchior I, 5:5 (60.) R. Körner, 5:6 (64.) Dienst, 5:7 (75.) R. Körner

Happels Hattrick gegen die Königlichen

Wir schreiben das Jahr 1956. Zu damaligen Zeiten war die erste Partie im Europapokal der Landesmeister, dem Vorgänger der heutigen Champions League, bereits das Achtelfinale. Und schon im ersten Europacupduell des Jahres wartete niemand Geringerer als Real Madrid. Zum damaligen Zeitpunkt wusste noch niemand, dass Real Madrid seinen Titel aus der Vorsaison noch viermal verteidigen würde – aber Rapid wurde beinahe früh zum Stolperstein. Nach einer 2:4-Niederlage in Madrid schlug im Rückspiel in Wien Ernst Happels Sternstunde: Der Libero erzielte alle drei Tore beim 3:1-Erfolg über die Königlichen. Nach damaligem Regelwerk stand nun ein Entscheidungsspiel an, für das Rapid jedoch sein Heimrecht an die Madrilenen verkaufte. Das dritte Duell im Bernabeu ging mit 0:2 verloren. Real Madrid besiegte danach Nizza, Manchester United und den AC Fiorentina und holte den zweiten von fünf aufeinanderfolgenden Meisterpokaltiteln.

 
1.November 1956 | Praterstadion | 53.000 Zuschauer
SK RAPID: Zeman; Halla, Happel, Golobic; Hanappi, Gießer; R. Körner, Riegler, Dienst, A. Körner, Höltl
Real Madrid: Alonso, Atienza, Oliva, Lesmes; Munoz, Zarraga; Joseito, Marsal, di Stefano, Kopa, Gento
Tore: 1:0 (19., Freistoß) Happel, 2:0 (38., Elfmeter) Happel, 3:0 (41., Freistoß) Happel, 3:1 (57.) Di Stefano

Kaltenbrunner und Bjerregaard schocken Real Madrid

Die Saison 1968/69 verlief für Rapid allgemein nicht nach Plan. Zwar holte man sich zum siebten Mal den Cup, in der Meisterschaft wurde man nach einer durchwachsenen Saison mit acht Niederlagen aus 28 Spielen aber nur Dritter. Die große Sensation im Achtelfinale des europäischen Meisterpokals und die späte Revanche für 1956 machten die etwas enttäuschende Saison aber vergessen. Zum Hinspiel gegen Real Madrid pilgerten 45.000 Zuschauer ins Praterstadion und bejubelten nach 55 Minuten das Goldtor des späteren Rapid-Präsidenten Günter Kaltenbrunner. Und auch im Rückspiel, das zwei Wochen später im Bernabeu zu Madrid stattfand, behielt Rapid die Nerven. Dank eines Auswärtstors des damals 25-jährigen, dänischen Torjägers Johnny Bjerregaard stieg Rapid dank der Auswärtstorregel ins Viertelfinale auf. Dort war jedoch gegen die Startruppe von Manchester United mit Spielern wie Charlton, Best, Law und Stiles Endstation.

 
20.November 1968 | Praterstadion | 45.000 Zuschauer
SK RAPID: Fuchsbichler; Gebhardt, Glechner, Fak; Skocik, Ullmann; Fritsch, Bjerregaard, Grausam, Flögel, Söndergaard (46. Kaltenbrunner)
Real Madrid: Betancort; Calpe (46. Babiloni), de Felipe, Zunzunegui, Sanchis; Pirri, Velazquez, Bueno; Jose Luis, Grosso, Perez
Tor: 1:0 (55.) Kaltenbrunner
4.Dezember 1968 | Santiago Bernabeu | 80.000 Zuschauer
Real Madrid: Betancort; Calpe, de Felipe, Zunzunegui, Sanchis; Pirri, Velazquez; Jose Luis, Amancio, Grosso, Gento (Bueno)
SK RAPID: Fuchsbichler; Gebhardt, Glechner, Fak; Bjerregaard, Ullmann; Fritsch, Kaltenbrunner, Grausam, Flögel, Söndergaard
Tore: 1:0 (41.) Velazquez, 1:1 (50.) Bjerregaard, 2:1 (82.) Pirri

Mit einem Kantersieg zum 26.Titel

In der Saison 1981/82 benötigte Rapid in der letzten Runde einen Sieg über Wacker Innsbruck, um den 26.Meistertitel der Klubgeschichte zu fixieren. Das Spiel avancierte zu einem der denkwürdigsten Momente der jüngeren Vereinsgeschichte. Zwei Tore von Christian Keglevits ebneten den Weg zum Rapid-Sieg und ein Treffer von Helmut Hofmann bzw. ein Doppelpack von Antonin Panenka machten den heute legendären 5:0-Sieg perfekt. Vor allem Panenkas letztes Tor, ein fast schon typischer Lupfer über den gegnerischen Torhüter, ging in die Annalen ein.

 
25.Mai 1982 | Gerhard-Hanappi-Stadion | 25.000 Zuschauer
SK RAPID: Feurer; Weber; Krauss, Garger, Pregesbauer; Kienast, Hickersberger (61. Sintschenko), Willfurth (67. Gröss), Panenka; Keglevits, Hofmann
Wacker Innsbruck: Djulic; Hattenberger; Auer (67. Seebacher), Schenk, Zanon; Kircher (46. Schwarz), Weigl, Koreimann, Gretschnig; Braschler, E. Gröss
Tore: 1:0 (2.) Keglevits, 2:0 (16.) Keglevits, 3:0 (54.) Hofmann, 4:0 (82.) Panenka, 5:0 (88.) Panenka

Der legendäre Sieg über Dynamo Dresden

Am 6.März 1985 geriet Rapid im Viertelfinale des Europacups der Cupsieger im Dynamo-Stadion zu Dresden unter die Räder. Dynamo gewann mit 3:0 und fuhr mit einem luftigen Polster nach Wien, wo niemand mehr mit dem Weiterkommen der Grün-Weißen rechnete. Vor vorerst schütterer Kulisse in Wien-Hütteldorf brachte Peter Pacult Rapid bereits nach vier Minuten in Führung. Nachdem Leo Lainer nach einer Viertelstunde das 2:0 erzielte, begannen sich die Ränge plötzlich zu füllen und das Stadion begann zu beben. Pacult legte noch vor der Pause ein zweites Tor nach und Panenka stellte per Elfmeter auf 4:0, ehe Hans Krankl mit einer tollen Einzelaktion in der Rapid-Viertelstunde alles klar machte. Rapid drehte das 0:3 aus dem Hinspiel zu Hause zu einem Gesamtscore von 5:3!

 
20.März 1985 | Gerhard-Hanappi-Stadion | 15.000 Zuschauer
SK RAPID: Feurer; Weber; Lainer, Garger, Brauneder; Panenka, Brucic, Willfurth; Pacult, Krankl, Kranjcar
Dynamo Dresden: Jakubowski; Dörner; Schuster, Trautmann, Döschner; Häfner, Pilz (83. Losert), Stübner; Gütschow (53. Lippmann), Kirsten, Minge
Tore: 1:0 (4.) Pacult, 2:0 (17.) Lainer, 3:0 (37.) Pacult, 4:0 (69., Elfmeter) Panenka, 5:0 (78.) Krankl

Über Dynamo Moskau ins Europacupfinale

Nun war alles angerichtet, es konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Das 5:0 über Dynamo Dresden ließ die große Mannschaft von 1984/85 auf einer Woge des Erfolgs gleiten. Aber im Semifinalhinspiel gegen Dynamo Moskau wurde man schnell auf den Boden der Realität zurückgeholt: Die erste Halbzeit gehörte den Russen, die durch einen Elfmetertreffer von Karatejev in Führung gingen. Diesmal brauchte es aber keine Rapid-Viertelstunde um zurückzuschlagen: Zwischen der 67. und der 72. Minute trafen Lainer, Krankl und Hrstic, womit der 3:1-Heimerfolg sichergestellt wurde. Im Heimspiel genügte ein 1:1, bei dem Antonin Panenka bereits nach vier Minuten traf, für den Aufstieg ins Finale des Europacups der Cupsieger. Ein Traum, der elf Jahre später noch einmal gelingen sollte, aber leider beide Male nicht mit dem Gewinn des Pokals belohnt wurde.

 
10.April 1985 | Gerhard-Hanappi-Stadion | 20.000 Zuschauer
SK RAPID: Konsel; Pregesbauer (46. Hrstic); Lainer, Garger, Brauneder; Willfurth, Panenka (85. Stadler), Weinhofer; Kranjcar, Krankl, Pacult
Dynamo Moskau: Prudnikov; Bulanov; Silkin, Bosniakov, Novikov; Chapsalis (79. Borodjuk), Wassiliev, Ataulin, Karatejev; Stukassov, Gassajev
Tore: 0:1 (26., Elfmeter) Karatejev, 1:1 (67.) Lainer, 2:1 (70., Elfmeter) Krankl, 3:1 (72.) Hrstic

Inter Mailand unterliegt im Hanappi-Stadion

In der Saison 1990/91 eliminierte Inter Mailand im Laufe des UEFA-Cups Aston Villa, Partizan Belgrad, Atalanta Bergamo, Sporting Lissabon und schließlich im Finale die AS Roma. Dabei wäre fast in der ersten Runde Endstation gewesen. Die erfolgreiche Europacupsaison Inters startete in Hütteldorf, wo die Italiener Weltklassespieler wie Zenga, Bergomi, Berti und die frischgebackenen deutschen Weltmeister Brehme, Klinsmann und Matthäus aufs Feld schickten. Letzterer sorgte schon nach fünf Minuten für das 1:0 für die Nerazzurri und alles deutete auf eine Klatsche hin. Doch Rapid fand seine Ordnung wieder und drehte die Partie in der zweiten Halbzeit durch Tore von Pfeifenberger und Keglevits um. Im Rückspiel scheiterte Rapid erst in der Verlängerung – am Ende spielte Grün-Weiß im Bentegodi-Stadion nur noch zu neunt, nachdem Pecl und Pfeifenberger vom Platz flogen. Rapid schenkte Inter in zwei Spielen drei Tore ein – genauso viele kassierte Inter insgesamt in den neun darauffolgenden Spielen bis zum Titelgewinn.

 
19.September 1990 | Gerhard-Hanappi-Stadion | 15.000 Zuschauer
SK RAPID: Konsel; Kienast; Pecl, Poiger; Hauptmann (52. F. Weber), Schöttel, Herzog, Reisinger; Pfeifenberger (88. Wurz), Fjörtoft, Keglevits
Inter Mailand: Zenga; Bergomi; Battistini, Ferri; Brehme, Mandorlini, Matthäus (24. Pizzi), Berti, Bianchi; Klinsmann, Serena (6. G. Baresi)
Tore: 0:1 (5.) Matthäus, 1:1 (55.) Pfeifenberger, 2:1 (71.) Keglevits

Ein Hauch von Dresden: Das 4:0 gegen Sporting Lissabon

Es war dramatisch und hielt niemandem auf den Sitzen: Nach dem 0:2 in Lissabon war man sich eigentlich sicher, dass Sporting mit Stars wie dem exzentrischen Sa Pinto, dem robusten Naybet und dem extrem wendigen Dominguez in einer anderen Liga spielen würde. Kühbauers 1:0 in Wien holte Rapid aber zurück in die Partie. In der Schlussphase beschloss der bulgarische Legionär Trifon Ivanov – mal wieder – ab sofort Stürmer zu spielen. Und so bereitete er mit einem Kraftakt in letzter Sekunde das 2:0 durch Christian Stumpf vor. Die Verlängerung gehörte schließlich Rapid, auch weil Sporting-Spieler Dani wegen Ballwegschießens mit Gelb-Rot vom Platz flog. Stumpf besorgte per Kopf das 3:0, ehe „Turbo Turban“ Carsten Jancker, der zuvor eine klaffende Platzwunde am Kopf erlitten hatte, alles klar machte und den Aufstieg ins Viertelfinale fixierte – per Kopf, versteht sich.

 
2.November 1995 | Ernst-Happel-Stadion | 25.000 Zuschauer
SK RAPID: Konsel; Ivanov; Schöttel, Pivarnik, Heraf (59. Barisic), Jovanovic (65. Haller), Kühbauer, Stöger, Guggi; Stumpf, Jancker
Sporting Lissabon: Costinha; Nelson; Naybet, Marco Aurelio, Vujacic, Dominguez (76. Barbosa), Oceano, Sa Pinto, Pedro Martins, Amunike (66. Dani); Alvez (86. Xavier)
Tore: 1:0 (25.) Kühbauer, 2:0 (90.) Stumpf, 3:0 (105.) Stumpf, 4:0 (110.) Jancker

Feyenoord überrollt: Das zweite EC-Finale war perfekt

Auch das Viertelfinalduell mit Dynamo Moskau war ein denkwürdiges. Rapid marschierte mit einem 1:0-Auswärtssieg und einem 3:0 zu Hause ins Halbfinale. Dort wartete mit Feyenoord Rotterdam ein vermeintlich übermächtiger Gegner. Im Hinspiel glich Carsten Janckers Kopfballtor Feyenoords 1:0 durch Ronald Koeman aus. Im Rückspiel in Wien war nach einer halben Stunde alles klar: Zwei Tore von Jancker und eines von Stumpf ebneten den Weg ins zweite Europacupfinale der Klubgeschichte.

 
18.April 1996 | Ernst-Happel-Stadion | 48.000 Zuschauer
SK RAPID: Konsel; Ivanov; Hatz, Schöttel, Guggi; Heraf, Kühbauer (86. Haller), Stöger (86. Mandreko), Marasek; Stumpf, Jancker
Feyenoord: De Goey; Koeman; Schuiteman, Boateng; Bosz, van Gastel, van Bronckhorst, Iwan (46. Obiku); Taument, Larsson, Vos
Tore: 1:0 (2.) Jancker, 2:0 (32.) Stumpf, 3:0 (35.) Jancker

Hütteldorfer Hexenkessel: Das 5:1 gegen Partizan Belgrad

Es war eine schwere Zeit für den SK Rapid. Vor dem Hinspiel gegen Partizan Belgrad stand das Team von Lothar Matthäus auf dem siebten Rang der heimischen Bundesliga und irgendwie glaubte niemand an ein Weiterkommen gegen den serbischen Traditionsklub. Daran änderte auch das 0:1 im Hinspiel in Belgrad nicht viel, aber immerhin roch Grün-Weiß Lunte. Im Rückspiel in Wien – wohl einem der hitzigsten Spiele in der Geschichte des „Hexenkessels St.Hanappi“ - blühte die angeschlagene Rapid-Elf auf und siegte mit 5:1. René Wagner und Roman Wallner trafen je zweimal, einen weiteren Treffer steuerte Gaston Taument bei, der ebenso wie Ante Jazic an diesem Abend wohl seine bemerkenswerteste Partie für Rapid ablieferte.

 
27.September 2001 | Gerhard-Hanappi-Stadion | 15.400 Zuschauer
SK RAPID: Maier; Ratajczyk; Zingler, Freund; Markus Hiden, Taument, Prisc (63. Schießwald), Lagonikakis, Jazic; Wallner (91. Schöttel), Rene Wagner (77. Maletic)
Partizan Belgrad: R. Ilic; Bajic; Stankovic (87. Cirkovic), Ognjanovic; Trobok, S. Ilic, Duljaj, Cakar, Jeremic (63. Miskovic); Becanovic (54. Iliev), Delibasic
Tore: 1:0 (11.) Wallner 2:0 (34.) Taument 2:1 (58.) Cakar (Freistoß) 3:1 (60.) Wallner 4:1 (66.) R. Wagner 5:1 (72.) R. Wagner

Das Wunder von Kazan

August 2004: Rapid zog in der UEFA-Cup-Qualifikation das schwierige Los Rubin Kazan. Das Heimspiel gegen die kompakte Truppe aus Tatarstan ging mit 0:2 verloren. Zudem mussten die Grün-Weißen im Rückspiel Abwehrchef Martin Hiden nach einer gelb-roten Karte vorgeben. Doch im Zentralstadion in Kazan geschah das Unglaubliche: Rapid kämpfte zurück und führte bereits nach einer halben Stunde durch Tore von Steffen Hofmann und Marek Kincl mit 2:0. Gerade als die Partie zu kippen drohte, stand der Kapitän erneut Gewehr bei Fuß: Steffen Hofmanns Freistoß zum 3:0 in der 70.Minute bedeutete nicht nur den Aufstieg, sondern auch die Krönung einer langwierigen und zugleich kultigen Europacupreise für die wenigen mitgereisten Rapid-Schlachtenbummler.

 
26.August 2004 | Zentral-Stadion Kazan | 15.000 Zuschauer
Rubin Kazan: Kosko; Scotti, Sinew, Petrous; Bojarinzew, Sibaya, Scharonow, Konowalow, Sillah (55. Roussell); Calisto, Dominguez
SK RAPID: Macho; Korsos, Feldhofer, Adamski, Katzer; Hofmann, Hlinka, Ivanschitz (91. Kulovits), Dosek (86. Burgstaller); Kincl, Lawaree (59. Martinez)
Tore: 0:1 (18.) Hofmann, 0:2 (30.) Kincl, 0:3 (70., Freistoß) Hofmann

Powidl-Pepi überrascht Lokomotiv Moskau

„Was für eine tolle Mannschaft!“, klang es anerkennend von den Tribünen. Lokomotiv Moskau überzeugte in Wien mit Disziplin, Kampfkraft und gutem technischem Spiel. Einzig ein Elfmeter von Jozef Valachovic hielt Rapid im Spiel – das Hinspiel gegen den hohen Favoriten endete 1:1. Das Rückspiel in Moskau blieb lange offen, bis „Powidl Pepi“ Jozef Valachovic wieder zuschlug. Sechs Minuten vor dem Ende traf der Slowake die Moskowiter mit seinem Kopfballtreffer mitten ins Herz. Rapid qualifizierte sich zum zweiten Mal nach 1996 für die Gruppenphase der UEFA Champions League.

 
23.August 2005 | Lokomotiv-Stadion | 26.000 Zuschauer
Lokomotiv Moskau: Owtschinnikow; Jewsejew, Paschinin, Asatiani, Sennikow; Gurenko, Maminow, Chochlow, Biljaletdinow; Samedow (58. Ismailow), Lebedenko
SK RAPID: Payer; Dober, Valachovic, Bejbl, Adamski; Hofmann, Korsos (75. Martinez), Hlinka, Ivanschitz; Akagündüz (54. Lawaree), Kincl
Tor: 0:1 (84.) Valachovic

Ein Ostersonntag für die Ewigkeit: Das 7:0 bei Red Bull Salzburg

Bevor sich Rapid am Ostersonntag 2008 die Ehre in der Red Bull Arena gab, führte Salzburg die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf die Hütteldorfer an. Der Favorit aus der Mozartstadt war zu diesem Zeitpunkt in 18 aufeinanderfolgenden Pflichtspielen unbesiegt. Das Publikum staunte nicht schlecht, als es nach nur 17 Minuten bereits 4:0 für Rapid stand. Als Erwin Hoffer unmittelbar nach der Pause mit seinem dritten Treffer des Nachmittags das 6:0 erzielte, konnte sich sogar der bis dahin stoisch ruhige Rapid-Coach Peter Pacult ein Schmunzeln nicht verkneifen. Den Schlusspunkt setzte der überragende Kapitän Steffen Hofmann in der Nachspielzeit. Auch wenn danach noch fünf Spiele zu absolvieren waren, wusste jeder, dass Rapid mit dem legendären 7:0 das Meisterstück frühzeitig klarmachte. Von der daraus resultierenden Euphoriewelle war das Team nicht mehr abzubringen – alle fünf restlichen Saisonspiele wurden ebenfalls gewonnen.

 
23.März 2008 | Red-Bull-Arena | 20.600 Zuschauer
RB Salzburg: Ochs; Steinhöfer (25. Ngwat-Mahop), Vargas (55. Bodnar), Sekagya, Dudic; Ilic, Carboni, Leitgeb, Jezek; Janko, Zickler (46. Rakic)
SK RAPID: Payer; Dober, Eder, Patocka, Thonhofer; Hofmann, Heikkinen (76. Harding), Kulovits, Korkmaz (89. Kavlak); Hoffer, Maierhofer (72. Fabiano)
Tore: 0:1 (7.) Hoffer, 0:2 (10.) Maierhofer, 0:3 (11.) Korkmaz, 0:4 (17.) Maierhofer, 0:5 (30.) Hoffer, 0:6 (46.) Hoffer, 0:7 (91.) Hofmann

Your Nightmare Returns: Aufstiegsdoppelpack gegen Aston Villa

„Rapid by name, Rapid by nature“ titelte eine englische Zeitung, nachdem Nikica Jelavic im Hinspiel des Europa-League-Playoffs 2009/10 gegen Aston Villa schon nach 16 Sekunden einköpfte. Da wusste noch niemand, dass Rapid auch in der folgenden Saison den Verein aus Birmingham zugelost bekommen würde. Denkwürdig waren speziell die Auswärtsspiele: Beim ersten Aufeinandertreffen fixierte Nikica Jelavic mit seinem Anschlusstor zum 2:1 zu Beginn der Rapid-Viertelstunde den Aufstieg in die Gruppenphase. Im darauffolgenden Jahr legte Rapid noch einen drauf und gewann nach dem 1:1 zu Hause sogar das Rückspiel im Villa Park mit 3:2. Nuhiu, Gartler und Sonnleitner sorgten für die Tore zum sensationellen Sieg – Letzterer prägte unter englischem Abendhimmel, noch immer euphorisiert vom fantastischen Erfolg, den Terminus „europäische Weltklasse“ für den außergewöhnlichen Support der Rapid-Fans, der auch in England auf großen Respekt stieß.

 
20.August 2009 | Gerhard-Hanappi-Stadion | 17.800 Zuschauer
SK RAPID: Payer; Dober, Jovanovic, Patocka, Katzer; Hofmann, Heikkinen, Pehlivan, Drazan (83. Boskovic); Konrad (62. Trimmel), Jelavic
Aston Villa: Guzan; Beye, Cuellar, Davies (81. Lowry), Shorey; Sidwell; Milner, Reo-Coker, Gardner (55. Agbonlahor), A. Young; Heskey
Tor: 1:0 (1.) Jelavic
27.August 2009 | Villa Park | 23.563 Zuschauer
Aston Villa: Guzan; Beye, Cuellar, Davies (83. Lowry), Shorey; Milner, Delph (86. Albrighton), Petrow, A. Young; Heskey (82. Agbonlahor), Carew
SK RAPID: Payer; Dober, Soma, Patocka, Katzer; Trimmel (56. Maierhofer), Heikkinen, Hofmann, Pehlivan, Drazan; Jelavic (87. Boskovic)
Tore: 1:0 (38., Elfmeter) Milner, 2:0 (53.) Carew, 2:1 (76.) Jelavic
26.August 2010 | Villa Park | 30.000 Zuschauer
Aston Villa: Guzan; Cuellar, Collins, Davies, Beye; Reo-Coker (82. Delfouneso), Petrow, A. Young, Ireland; Heskey, Agbonlahor (40. Albrighton)
SK RAPID: Hedl; Dober, Sonnleitner, Soma, Katzer; Heikkinen, Pehlivan (78. Gartler); Kavlak, Hofmann (92. Patocka), Saurer (73. Trimmel); Nuhiu
Tore: 1:0 Agbonlahor (22.), 1:1 Nuhiu (52.), 2:1 Heskey (76.), 2:2 Sonnleitner (78.), 2:3 Gartler (81.)

Mit Rapid-Tugenden zum Sieg in der Amsterdam-ArenA

Mit Ajax Amsterdam zog Rapid in der Champions-League-Qualifikation 2015/16 ein prominentes Los und die erste Halbzeit des Hinspiels verschliefen die Grün-Weißen völlig. Ajax erspielte sich dank höherer Ballsicherheit einen 2:0-Vorsprung, doch Rapid kämpfte zurück und holte noch ein 2:2. In der Amsterdam-ArenA erwies sich Rapid als kampfstärkeres und reiferes Team und zog durch Tore von Robert Beric und Louis Schaub auf 2:0 davon. Ajax kämpfte sich noch einmal zurück und glich in der zweiten Halbzeit aus. Als die Niederländer noch jubelten und die Partie zu kippen drohte, nahm sich Louis Schaub ein Herz und schoss Rapid mit einem Supertor wieder in Führung. Ekstase im Auswärtsblock, völlige Stille bei den Heim-Fans. Rapid kickte den niederländischen Rekordmeister auf spektakuläre Weise aus der Qualifikation und wurde in der darauffolgenden Nacht von hunderten, frenetisch feiernden Fans am Flughafen Wien-Schwechat empfangen.

 
4.August 2015 | Amsterdam-ArenA | 51.258 Zuschauer
Ajax: Cillessen; Tete, Veltman (71. Sanogo), Riedewald, Dijks; Bazoer, Klaassen, Fischer (59. Gudelj); El Ghazi, Milik, Sinkgraven (87. Schöne)
SK RAPID: Novota; Auer, Sonnleitner, Dibon, Stangl; Petsos, Grahovac; Schaub (88. Alar), S. Hofmann (59. Schobesberger), F. Kainz; Beric (94. Prosenik)
Tore: 0:1 (12.) Beric, 0:2 (39.) Schaub, 1:2 (52.) , 2:2 (75.) Gudelj (75.), 2:3 (77.) Schaub

Die größten und bittersten Spiele

Last but not least: Die beiden größten und zugleich bittersten Spiele der Vereinsgeschichte. 1985 musste sich Rapid im Finale des Europacups der Cupsieger dem FC Everton geschlagen geben, nachdem zuvor Besiktas, Celtic, Dynamo Dresden und Dynamo Moskau eliminiert wurden. Hans Krankl erzielte das bis heute einzige Tor einer österreichischen Mannschaft in einem Europacupfinale. 1996 wiederholte sich die Geschichte: Nach Erfolgen über Petrolul Ploiesti, Sporting Lissabon, Dynamo Moskau und Feyenoord, hieß die letzte Hürde auf dem Weg zum Europacupsieg Paris St.Germain. Ein abgefälschter Freistoß von Bruno N’Gotty ließ die Träume der Rapidler platzen. Bis heute ist Rapid die einzige österreichische Mannschaft, die zweimal in einem Europacupendspiel stand.

 
15.Mai 1985 | Feyenoord-Stadion | 45.000 Zuschauer
FC Everton: Southall; Stevens, Mountfield, Ratcliffe, van den Hauwe; Steven, Reid, Bracewell, Sheedy; Sharp, Gray
SK RAPID: Konsel; Weber; Lainer, Garger, Kienast, Brauneder; Hrstic, Kranjcar, Weinhofer (68. Panenka); Pacult (60. Gröss), Krankl
Tore: 1:0 (58.) Gray, 2:0 (72.) Steven, 2:1 (85.) Krankl, 3:1 (88.) Sheedy
8.Mai 1996 | Stade Roi Boudouin | 36.000 Zuschauer
Paris St.Germain: Lama; N´Gotty, Le Guen, Roche; Fournier (78. Lacer), Guerin, Djorkaeff, Bravo, Coletter; Rai (62. Dely Valdes), Loko
SK RAPID: Konsel; Ivanov; Schöttel, Hatz, Guggi; Heraf, Kühbauer, Stöger, Marasek; Stumpf (46. Barisic), Jancker
Tor: 1:0 (29., Freistoß) N´Gotty

Gerhard-Hanappi-Stadion

Vormals Weststadion

Sternstunden im Prater

Die großen Momente im "Happel"

Rapidviertelstunde

15 Minuten Tradition