Pfarrwiese

Wir schreiben das Jahr 1911: Nachdem der SK Rapid aus finanziellen Gründen den Rudolfsheimer Sportplatz nicht mehr erhalten konnte und die Stadt Wien den Pachtvertrag kündigte, trat der frühe Retter Rapids, Dionys Schönecker, auf den Plan. Dessen Bruder Eduard, genannt „Edi“, war nicht nur selbst sportlich und nahm an den Sprintbewerben der Olympischen Spiele 1908 in London teil, sondern auch ein angesehener Architekt und Baumeister.

Die Anfänge

Die Pfarrwiese fasste anfänglich etwa 4.000 Zuschauer, etwas später tummelten sich bis zu 8.000 Menschen auf der neuen Rapid-Heimstätte. Jedoch wurde schon bald wieder in Hütteldorf gearbeitet: Aufgrund des wachsenden Zuschauerinteresses wurde die Pfarrwiese in den Jahren 1920 und 1921 erweitert, sodass sie stolzen 20.000 Zusehern Platz bot.

Serienmeister Rapid

Dem Sportklub Rapid tat die neue Heimstätte mehr als nur gut. Bis zum Jahr 1923 wurde Rapid achtmal Meister, durfte den begehrten Titel in dieser Zeit nur viermal nicht stemmen. Zudem durfte sich der Klub 1919 „erster österreichischer Cupsieger“ nennen. 1920 verteidigte die Elf von Dionys Schönecker den Titel. Ein schwieriger Generationswechsel Mitte der 1920er-Jahre machte Rapid zu schaffen, aber die Jungs aus Hütteldorf kamen – wie so oft – noch stärker zurück.

Der Mitropacup-Sieg 1930

1927 wurde der Mitropacup, der Vorläufer des Europacups, an dem aber nur mitteleuropäische Mannschaften teilnahmen, gegründet. Bereits in den ersten beiden Jahren drang Rapid bis ins Finale vor, verlor jedoch gegen Sparta Prag und Ferencváros Budapest. 1930 war die junge Mannschaft schließlich weit genug und holte den Mitropacup nach einem packenden Duell mit Sparta Prag nach Hütteldorf. Auch die österreichische Meisterschaft ging an Grün-Weiß, was eines der erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte komplettierte.

Das Modell der Pfarrwiese

25 Meistertitel in 66 Jahren

Bis 1977 sollte Rapid auf der Pfarrwiese bleiben. In den knapp 66 Jahren auf der Pfarrwiese wurde Rapid 25-mal österreichischer Meister, errang neunmal den Cup und wurde zum Publikumsmagneten und Mythos, der bis heute andauert.

Gerhard-Hanappi-Stadion

Vormals Weststadion