Rapid-Viertelstunde

Die Rapid-Viertelstunde ist seit über einem Jahrhundert die wohl markanteste Tradition rund um den SK Rapid. Das typische Einklatschen der letzten 15 Spielminuten wird in guten, wie in schlechten Zeiten zelebriert und ist ein fester Bestandteil unseres Vereins.

Uralte Tradition

Der Ursprung der Rapid-Viertelstunde geht vermutlich auf die Zeit zurück, in der Rapid auf dem Rudolfsheimer Platz spielte. Vom Platz aus konnte man die Rudolfsheimer Kirche mit zugehöriger Turmuhr sehen. Die Uhr soll eine tragende Rolle bei der Entstehung der Rapid-Viertelstunde gespielt haben – allerdings ist dies nicht zweifelsfrei gesichert, zumal die Entstehung der Tradition keinem klaren Muster folgte, sondern eher spontan zustande kam.

Der Rapid-Geist und die letzten 15 Minuten

Schon in den ersten Jahren der Klubgeschichte gab es erste sportliche Anzeichen: Zeitungsberichte beweisen, dass Rapid stets einen guten Endspurt hinlegte und zahlreiche Spiele erst in der letzten Viertelstunde entschied. Dies ist auch auf den traditionellen Kampfgeist und die konditionelle Überlegenheit Rapids zurückzuführen.

Frühe mediale Aufbereitung

Zahlreiche Zeitungsberichte bestätigen die frühe Etablierung der Rapid-Viertelstunde. So berichtete etwa das Neue Wiener Tagblatt am 9. September 1916: "Erst in der letzten Viertelstunde zeigt sich die Überlegenheit der Hütteldorfer." Die gleiche Zeitung schreibt am 13. November 1916 über das Spiel Rapid gegen Sportclub: "Das Endergebnis von 2:0 stellten die Rapid-Spieler erst in ihrer berühmten "Viertelstunde" her." bzw. "Erst in den letzten 15 Minuten des Wettspiels konnten die Dornbacher dem immer schärfer werdenden Tempo nicht mehr ganz folgen und mußten in dieser Zeit die zwei Treffer hinnehmen."

Die legendäre Stimmung bei Rapid

Neben der Rapid-Viertelstunde weiß das Fremdenblatt 1918 auch einige andere Details über die Atmosphäre bei Rapid-Spielen, hier anlässlich der Partie Rapid gegen Rudolfshügel: "Es war von jeher schwierig, Rapid in einem Meisterschaftsspiel auf dem eigenen Platze niederzuringen. Rapid ist eine Mannschaft, die zähe zu kämpfen versteht, die durch einen gewaltigen Anhang künstlich aufgepeitscht, fast immer in einer "berühmten Viertelstunde" den Gegner niederzurennen verstand, wobei inmitten des wüsten Lärms und der unglaublichsten Reklamationen gewöhnlich auch der Schiedsrichter um seine Ruhe gebracht wurde."

Bis heute gültig

Die uralte Tradition der Rapid-Viertelstunde setzte sich bis heute fort und wurde von Generation an Generation weitergegeben. Bei der Auswertung von Saisonstatistiken finden sich immer wieder Spiele, die Rapid in der letzten Viertelstunde drehen konnte. Die Rapid-Viertelstunde ist somit nicht nur als Mythos zu betrachten, sondern ist tatsächlich die Phase des Spiels, in der die Rapid-Mannschaften über viele Jahrzehnte das Letzte aus sich herausholten und für den Gegner am gefährlichsten waren.

Unser Erbe

Im Jahr 2011 wurde die Rapid-Viertelstunde für eine Aufnahme auf die nationale Liste des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes vorgeschlagen, letztendlich aber trotz ihrer über 100 Jahre alten Tradition nicht aufgenommen. Weitergeklatscht wird dennoch – bis in alle Ewigkeit.

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