06.04.2007 14:46
Kampfmannschaft

"Am Spielfeld gibt es keine Freunde mehr"

In der Bundesliga steht zur Zeit alles Kopf! Nicht nur aufgrund von Punkteabzügen und Tabellenkonstellationen, sondern auch, weil die anstehende Doppelrunde einen weiteren, neuen Durchgang einläutet. In den kommenden 7 Tagen trifft die Rapid-Elf gleich zweimal auf den selben Gegner. Zweimal will man sich mit guten Leistungen gegen Wacker Tirol behaupten und in der Tabelle den ein oder anderen Sprung nach vorne wagen. Nach dem tollen Auftritt der Hauptakteure in Grün-Weiß gegen Salzburg, geben sich Trainer und Spieler vor der Auswärtsfahrt auf den Tivoli Neu aber vorsichtig.Mit den Innsbruckern tritt man einem Gegner gegenüber, der nach einem starken Herbst nun langsam in den Tiefen der Liga verschwindet. Diese Ausgangsposition macht das Gegenüber noch schwerer zu berechnen. Während Rapid im Frühjahr weiter den Aufwärtstrend bestätigen will, geht es für die Westösterreicher darum, nach 9 sieglosen Spielen die Kurve zu kriegen. "In erster Linie wird der Kampf im Mittelpunkt stehen", ist sich Rapid-Trainer Peter Pacult sicher. Trotz allem wollen die Hütteldorfer versuchen das Spiel zu machen und mit Punkten die Heimreise antreten. Trainer Peter Pacult und Hannes Eder, Verteidiger mit Tirol-Vergangenheit, sind davon überzeugt, keine Ostergeschenke an die kriselnden Innsbrucker zu verteilen. Wir lauschten den Worten der Beiden vor der Auswärtsfahrt:  Hannes Eder: Es wird auf jeden Fall ein sehr kampfbetontes Spiel. Wir werden wahrscheinlich abwarten und versuchen Tirol unser Spiel aufzuzwingen. Trotzdem werden wir es eher ruhig angehen. Den Tirolern liegt es nicht das Spiel zu machen und der Verein steht nach einer Durststrecke von 9 Partien ohne Sieg unter Druck. Wir müssen diese Unsicherheit ausnützen und auch die notwendigen Tore auswärts machen. Peter Pacult: Vor eigenem Publikum ist es immer leichter, als in einem halbleeren Stadion. Durch den Umbau schaut die Kulisse in Innsbruck von der Optik her wild aus. Im Herbst hat die Mannschaft souverän oben mitgespielt und sind danach weit nach unten gerutscht. Nach 9 Spielen ohne Sieg lechzen auch die Tiroler wieder nach einem Erfolgserlebnis. Wir werden verhindern, dass es nicht gegen uns so weit kommt. Gegen angeschlagene Gegner ist es immer am Schwersten.Hannes Eder: Es ist schon etwas Besonderes, aber man darf nicht übermotiviert sein und muss sich einbremsen. Ich muss konzentriert mein Spiel machen. Auf dem Spielfeld gibt es, trotz alten Bekannten, keine Freunde mehr. Auch wenn ich auf meine besten Freunde bei Tirol treffe, werde ich ihnen 90 Minuten nichts schenken können.Peter Pacult: Hannes Eder muss sich bei seiner Rückkehr am Tivoli komplett verschließen. Er ist ein Profi und muss sehr kühn und ohne viele Emotionen ans Werk gehen. Ich hoffe, er kann mit diesem Druck umgehen, da er ein junger Spieler ist, der eine ähnliche Situation noch nie erlebt hat. Er hatte sicher eine schöne Zeit in Innsbruck, aber jetzt ist er auf der anderen Seite.Hannes Eder: Vorsicht ist geboten bei Standardsituationen! In letzter Zeit hat man überall gesehen, dass ein oder zwei dieser Situationen ein Spiel entscheiden können. Wir müssen versuchen Freistöße auf der Seite oder am Strafraum zu vermeiden um den Gegner nicht unnötig stark zu machen.Peter Pacult: Es ist von der Konstellation her ein sehr wichtiges Spiel. Ein angeschlagener Gegner, so wie wir im Herbst waren, versucht die Kurve zu kriegen. Wir werden uns aber nicht nach Tirol richten, da wir uns in den letzten Wochen sehr positiv weiterentwickelt haben. Diesen Trend wollen wir fortsetzen. Hannes Eder: Kavlak und Vorisek sind nun gesperrt, Valachovic kehrt wieder zurück. Im Fußball fallen regelmäßig andere Spieler aus, aber Rapid hat die Qualität im Kader um diese Ausfälle kompensieren zu können. Diese Umstellungen sollten aber kein Problem sein, da die ganze Woche schon in diese Richtung trainiert wird.Peter Pacult: Innsbruck hat aggressive Spieler in seinen Reihen, die auch dementsprechend forsch zur Sache gehen. Darauf müssen wir uns auch mental einstellen. Nicht nur mit spielerischen Mitteln müssen wir versuchen aufzutreten, sondern in erster Linie wird der Kampf im Mittelpunkt stehen.Hannes Eder: Vier Karten bekommt Mario Bazina, den Rest der 25 Karten für das Auswärtsspiel in Tirol werde ich für mich beanspruchen (lächelt). Früher haben mich Verwandte und Freunde jedes zweite Wochenende gesehen, jetzt sehen sie mich bei Rapid zweimal pro Saison. Also werden sie zahlreich zu den Spielen kommen. Ich freue mich nach Tirol zu fahren.Peter Pacult: Von mir persönlich bekommen die Spieler kein Ostergeschenk. Aber vielleicht kriege ich eines von den Spielern.(ak)