26.02.2010 10:39
Kampfmannschaft

Interview: Das Urgestein von Hütteldorf

Du bist seit mittlerweile siebzehn Jahren bei Rapid, hast mit sieben im Nachwuchs begonnen. Könntest du dir überhaupt vorstellen, irgendwann bei einem anderen Verein zu spielen?Man soll niemals nie sagen, aber Rapid ist einfach mein Herzensverein und fast wie meine Familie. Irgendwann würde ich gerne ins Ausland gehen – bis dahin muss ich aber weiterhin hart an mir arbeiten und mich verbessern.Was würde für dich persönlich der 33. Meistertitel bedeuten?Das wär für mich schon ein ganz besonderes Highlight. Beim ersten Titel 2005 war ich erst neunzehn und konnte noch nicht so viel zum Erfolg beitragen, beim zweiten 2008 hatte ich schon mehr Anteil.  Wenn wir es heuer wieder schaffen, hätte ich sogar um einen Meistertitel mehr als eine Legende wie Hans Krankl.Am Sonntag könnte gegen Salzburg eine kleine Vorentscheidung im Dreikampf um den Titel fallen.Die Ausgangslage ist klar: Es erwartet uns ein Pflichtsieg. Durch den holprigen Start müssen wir jetzt unbedingt gewinnen, sonst wird´s ganz schwer. Jeder Spieler muss 110 Prozent Einsatz und Leidenschaft zeigen. Salzburg steht hinten sehr kompakt und sicher und hat im Angriff sehr schnelle Spieler. Aber ich mache mir keine Sorgen, weil wir in St. Hanappi mit zwölf Mann spielen. Unsere tollen Fans werden uns unterstützen und zum Sieg treiben. Warum hat es in den beiden ersten Saisonspielen noch nicht so geklappt wie im Herbst?Jeder kleine Fehler ist sofort bestraft worden, auch spielerisch waren wir noch nicht so stark wie im Herbst. Dadurch waren wir etwas verunsichert und hatten nicht das Selbstvertrauen, das für Topleistungen notwendig ist. Wenn wir Salzburg schlagen, dann haben wir wieder eine breite Brust und können eine Serie starten wie im Herbst.Ist es ein Vorteil für Rapid, dass Salzburg am Donnerstag ein schweres Match gegen Standard Lüttich hatte?Es könnte ein Vorteil sein, weil wir vielleicht die etwas frischere Mannschaft sind. Andererseits ist Salzburg dadurch im Rhythmus geblieben. Aber wir wissen, dass wir uns auf keinen Fall darauf verlassen dürfen, dass Salzburg müde ist. Wir müssen auf uns schauen und daheim den Gegner unter Druck setzen.  Wenn wir hellwach sind und konzentriert unsere Aufgaben erfüllen, werden wir drei Punkte holen.Ist der ausverkaufte Hit eine besondere Motivation?Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Die Stimmung im Vorfeld ist aber sicher aufgeheizter als bei anderen Matches, die Anspannung ist noch größer. Dein Ex-Kollege Roman Wallner meint, dass sich Rapid in der Krise befindet…Romans Aussage war unglücklich, aber das gehört halt zum Profigeschäft dazu. Ich bin sicher, dass wir ihm am Sonntag beweisen werden, dass er mit seinen Worten falsch liegt. Auch Wallner hat niemand zugetraut, dass er so gut zurückkommt. Roman hat alles, was ein guter Stürmer braucht.Du hast in der letzten Meistersaison mit vier sensationellen Weitschusstoren geglänzt. Warum klappt es derzeit noch nicht so wie 2008?Vielleicht erwarte ich von mir selbst zu viel und setze mich zu sehr unter Druck. Ich muss lockerer sein, dann geht mir wieder der Knopf auf. Es wird jedenfalls Zeit, dass ich wieder treffe.Du hast mit neunzehn in Old Trafford in der Nationalmannschaft debütiert. Ist das derzeit ein Thema für dich?Überhaupt nicht, ich konzentriere mich voll auf Rapid. Wenn ich im Verein wieder meine Bestform finde, dann kommt das Nationalteam von selbst.Siebzehn Jahre Rapid – was waren deine schönsten Momente?Ich hoffe, die kommen noch. Im Ernst, die Spiele gegen Lok Moskau und Aston Villa werde ich nie vergessen. Die Quali für die Champions League und der Aufstieg als erster österreichischer Klub gegen ein englisches Team in der Europa League waren ganz spezielle Momente. Und natürlich das 7:0 gegen die Bullen.Die Fans stürmen regelmäßig St. Hanappi und sorgen für ein ganz besonderes Flair. Bist du dankbar für die Unterstützung der Rapid-Fans?Es ist sehr schön, dass ich das miterleben darf. Rapid hatte ja nicht immer derart viele Zuschauer. Jeder hat dazu seinen Beitrag geleistet – Trainer, Spieler, Fans und Funktionäre.Das Derby gegen die Austria rückt immer näher. Kribbelt es schon?Das ist noch sehr weit weg. Wir konzentrieren uns auf Salzburg und Kapfenberg. Dann erst beschäftigen wir uns mit der Austria.Rapid kann heuer auch den Cupsieg holen. Natürlich ist das ein wichtiges Ziel. Ein Finale gegen die Austria im vollen Happel-Stadion wäre der absolute Hammer.  Aber soweit ist es noch lange nicht. Zuerst müssen wir Blau-Weiß Linz ausschalten. www.andreasdober.com