17.05.2018 16:00
Verein, Fanzone, Steffen Hofmann

"Kein Abschied für immer, sondern ein Neubeginn"

"Immer viel Kraft gegeben" - Steffen Hofmann mit seiner Familie.

Nur einen Tag nach der unserer Audienz im Vatikan beim Heiligen Vater Papst Franziskus stand für uns der nächste große, alles andere als alltägliche Termin am Programm: Im Kursalon Wien kamen rund 150 Verwandte, Freunde, Mitspieler und -arbeiter, Weggefährten, Fans und zahlreiche Medienvertreter (wir zählten mehr als 12 Kameras) zusammen, um die größte, grün-weiße noch aktive Legende zu ehren - Steffen Hofmann. Unser Ehrenkapitän hatte nach 16 Saisonen seinen Abschied vom aktiven Sport angekündigt und "dadurch die ganze Nacht auch sehr schlecht geschlafen, denn auf diesen Tag habe ich natürlich hingezittert." Moderator und Organisator Andy Marek begrüßte die geladenen Gäste in einem würdigen Rahmen, der ganz unter dem Motto "Danke und Servus" stand und gab zu "dass ich nervöser bin, als bei unserem Papst-Empfang."

Mit einer umfangreichen Foto- und Video-Strecke wurde eingestimmt, bevor Andy Marek die lebende Legende, die er 2002 im Sommer erstmals kennenlernte ("Ein junger Bursch stand vor mir und ich hab ihn gleich mal zu unserer Nachwuchs-Abteilung geschickt") auf die Bühne holte. Unsere Nummer 11 brachte sichtlich bewegt seine Gefühle zum Ausdruck: "Man schiebt es immer vor sich weg, will es nicht wahrhaben, aber irgendwann muss man sich eingestehen, dass der Tag gekommen ist, wo ich meinen Abschied von der aktiven Profi-Karriere bekannt gebe", so Steffen emotional: "Ich bin vor allem hier, um Danke zu sagen: An meine Kinder und meine Frau, an meine Familie für die Unterstützung in all den Jahren und an meine Eltern, die mich zum Fußballspielen gebracht haben. Sie haben mir immer sehr viel Kraft gegeben. Ich möchte mich bei all meinen Trainern bedanken und auch bei meinen super Kollegen - ihr habt es geschafft, dass ich mich auch mit meinem Alter immer noch wie ein junger Spieler fühle. Zwei Personen möchte ich herausstreichen: Rudi Edlinger, der mich als mein erster Präsident von 1860 München zu Rapid zurückgeholt hat und Josef Hickersberger, der für mich damals mit meinen 22 Jahren zu einer Vaterfigur wurde und mit zeigte, worauf es ankommt." Steffen richtete weiters seinen Dank an alle Mitarbeiter und Wegbegleiter, sowie an unsere Fans: „Es gab nichts Schöneres für mich, als für euch zu jubeln und zu spielen."

 

Rund 150 geladene Gäste waren bei der Abschiedsveranstaltung mit dabei.

"Danke, vor allem auch als Mensch" - Präsident Michael Krammer.

Am meisten fehlen wird unserem langjährigen Kapitän, "das Familiäre, wenn ich jeden Tag in der Früh in die Kabine komme. Da wird's mir wie einem kleinen Bub gehen, dem man den Ball wegnimmt. Aber: Wir haben jetzt noch zwei Spiele vor uns und dann freue ich mich auf die neue Aufgabe als Talente-Manager bei Rapid, was ich ja jetzt auch schon ausübe." Mit Ehrenpräsident Rudi Edlinger betrat ein weiterer Förderer von Steffen Hofmann die Bühne: "Steffen Hofmann bestach in all den Jahren immer durch Menschlichkeit, Bescheidenheit und Handschlagqualität - und überzeugte nicht nur fußballerisch, sondern vor allem auch menschlich. Es ist kein Abschied für immer, sondern ein Neubeginn."

Wegbegleiter wie Markus Katzer ("Steff war für uns alle DER Kapitän"), Mario Sonnleitner ("Er ist einer, der immer am Boden geblieben ist") und der langjährige Capo von Ultras Rapid und Vorsänger vom Block West Oliver Pohle ("Steffen hat unsere Vereinstugenden immer gelebt und alles gegeben") würdigten ihn mit kurzen Statements, ehe Präsident Michael Krammer die Bühne betrat: "Wien und der SK Rapid wurden zu einem neuen Zuhause für Steffen, der zu Beginn seiner Rapid-Karriere mit nur 31 Pflichtspielen bereits zum Kapitän gemacht wurde - und alle eines besseren belehrt hat. Durch soziales Engagement und sein großes Herz zeigte er immer wieder Menschlichkeit und somit hat er sich den Ehrentitel 'Fußballgott' wirklich verdient, weil er über das Sportliche hinaus unglaublich viel für uns geleistet hat."

Geschäftsführer Wirtschaft Christoph Peschek leitete schließlich über, was nun folgt: "Nun wird die legendäre Nummer 11 auch für 11 Jahre nicht mehr vergeben. Steffen Hofmann verdient es, dass wir ihn bei einem eigenen Abschiedsspiel feiern und würdigen. Der Reinerlös dieses Spiels geht übrigens an unseren Nachwuchs und an das SK Rapid Special Needs Team. Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen der Rapid-Familie bei diesem besonderen Spiel!" – Alle Infos zu findet ihr an dieser Stelle.

Moderator Andy Marek verwies aber zurecht auf den kommenden Sonntag, denn da steht mit dem Heimspiel gegen Altach noch eine letzte Möglichkeit an, unseren Steffen Hofmann in einem letzten Pflichtspiel in Hütteldorf am Rasen zu sehen – Tickets könnt ihr euch hier sichern. Und somit ist sie auch noch nicht so ganz zu Ende, die Spieler-Legende von Steffen Hofmann, "einem über so lange Zeit vereinstreuen Spieler, wie wir ihn wohl nie wieder sehen werden", schloss Präsident Michael Krammer.

Danke und Servus, Steffen!!!!

(gub)

 

Fotos: GEPA

 

Der Ehrenkapitän im O-Ton