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18.04.2021
Spielbericht, Profis, tipico Bundesliga

Punkteteilung trotz Überzahl

Grün-weiße gegen schwarz-weiße Tradition – das stand heute Nachmittag in Hütteldorf am Spielplan. Auch sportlich brachte dieses Aufeinandertreffen wieder viel Brisanz mit sich. Denn es galt für Rapid den ersten Angriff auf Platz zwei in der Tabelle abzuwehren. Vielmehr zu verteidigen. Cheftrainer Didi Kühbauer musste für dieses Unterfangen auf Mateo Barac verzichten, der nach seiner Verletzung am vergangenen Wochenende nicht rechtzeitig fit wurde für das heutige Schlagerspiel. Lange fraglich aber zum Glück mit dabei waren hingegen Filip Stojkovic und Ercan Kara. In der Abwehrkette gab es so einige Umstellungen. Greiml und Ljubicic bildeten das Innenverteidigerduo – auf außen agierten Stojkovic und Ullmann. Das defensive Herzstück bildeten Petrovic und Grahovac – eine Reihe vor ihnen starteten Schick, Fountas und Ritzmaier, im Zentrum stürmte Kara. Am Rasen ging es von Beginn an flott zur Sache…

…bereits in der 2. Minute übernahm Schick eine Ullmann-Flanke direkt, der erste Warnschuss segelte über das Tor der Grazer. Aber auch die Gäste waren schnell auf Betriebstemperatur, als Jantscher allein vor Strebinger auftauchte und dieser mit einer Gesichtsabwehr den Rückstand verhindern konnte (4.). Die Anfangsminuten waren sinnbildlich für den nachfolgenden Spielverlauf: ein offener Schlagabtausch! Ein munteres hin und her, lediglich die klaren Torchancen fehlten in diesem Spiel. Beim Zuspiel von Schick aus der Schaltzentrale heraus kam Kara den Schritt zu spät, gleich im Anschluss wurde nach einem schnellen Konter die Vorlage von Schick auf Fountas vom letzten Verteidiger der Steirer entscheidend abgefälscht (24.). Thorsten Schick war einmal mehr gegen seinen Ex-Verein einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz. So fand auch er die größte Torchance in Hälfte eins vor, als er dem Zuckerpass von Fountas mit einem Haken an Siebenhandl vorbei die Krone aufsetzen wollte, leider aber am Keeper hängen blieb (30.).

In der Schlussphase rückten zwei Spieler in den Mittelpunkt: Zuerst musste sich Strebinger lang machen, um den scharf platzierten Abschluss von Yeboha aus dem Tor zu lenken. Kurz darauf wurde es schmerzhaft. Nach einem tiefen Zuspiel der Gäste, stürmte Strebinger entschlossen aus seinem Tor, vereitelte die Situation mit einem Flugkopfball, Yeboah scheute den Zweikampf nicht und krachte so in unseren Schlussmann. Verletzt hatte sich zum Glück keiner bei dieser Aktion, für Yeboah war das Spiel dennoch vorzeitig beendet, denn Schiedsrichter Ebner zückte den roten Karton (38.)! Dass der erste Abschnitt nicht mit einer grün-weißen Führung endete, war dem geschuldet, dass der Torschuss von Schick zunächst abgefälscht und dann nur knapp am langen Eck vorbei ging (45.) – Pause!

Knappes Duell: Gegen seinen Ex-Verein war Thorsten Schick heute einer der Aktivposten im grün-weißen Spiel.

Die Anfangsminuten in der zweiten Spielhälfte gehörte den zehn Grazern, die druckvoll aus der Kabine kamen. In dieser Phase musste Strebinger einmal eingreifen, als Kiteishvili aus der Distanz das kurze Eck anvisierte (48.). Nach knapp 10 Minuten waren aber auch unsere Hütteldorfer wieder im Spiel. Über Schick gelangte das Leder flach ins Zentrum, mit der Ballannahme konnte Kara seinen Gegner abschütteln und sich in eine gute Schussposition bringen, der Flachschuss strich am Eck vorbei (54.). Woran es in der ersten Hälfte noch gefehlt hatte, davon gab es nach der Pause reichlich mehr, hüben wie drüben – Torchancen! Sturm legte vor mit einem präzisen Schuss von Ex-Rapidler Kuen, Strebinger wäre chancenlos gewesen, hatte aber Glück, dass der Ball am Tor vorbei ging. Im direkten Gegenstoß fehlte nicht viel auf den grün-weißen Führungstreffer, Kara bekam allerdings zu wenig Druck hinter seinen Kopfball (67.).

Erst mit Beginn der Rapidviertelstunde gelang es unseren Hütteldorfern von der personellen Überzahl zu profitieren. Die Gäste zogen sich tiefer in die eigene Spielhälfte zurück und Rapid erhöhte den Druck. Und Cheftrainer Didi Kühbauer setzte mit den Einwechslungen von Knasmüllner und Arase ein weiteres klares Zeichen in Richtung Mannschaft. Dabei hätte unser Trainer fast ein goldenes Händchen bewiesen. Nach einer einstudierten Freistoßvariante, zog Arase völlig freistehend von der Strafraumgrenze ab, gut angetragen, aber leicht abgefälscht verfehlte das Leder das Tor nur um Zentimeter (86.). Den letzten Matchball hatte Knasmüllner am Fuß, der nach einer Ecke aus seitlicher Position zum Volleyschuss kam, dabei aber zu viel riskierte und somit über das Tor feuerte. So endete das Traditionsduell nach 94 Spielminuten mit einem torlosen Remis!

Mit dem Unentschieden konnte der SK Sturm in der Tabelle auf Distanz gehalten werden. Aufgrund der Niederlage vom LASK beim Tabellenführer wurde der Vorsprung vor dem direkten Duell am Mittwoch auf zwei Zähler ausgebaut. Angesichts dieser Tatsache, ist die heutige Punkteteilung schlussendlich doch eine etwas schmerzhafte! 

Fotos: GEPA

Die Stimmen nach dem 0:0 gegen Sturm Graz

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