13.02.2026Verein

100 Jahre Fredi Körner

Der Geburtstag der im Jänner 2020 verstorbenen Rapid-Ikone jährt sich am 14. Februar zum hundertsten Mal

Als sich am 23. Jänner vor sechs Jahren die Nachricht vom Ableben von Alfred „Fredi“ Körner verbreitete, war die Trauer in der Rapid-Familie außerordentlich groß. Der damals 93-jährige Ur-Wiener war bis dahin stets präsent im Vereinsleben und beliebt bei allen Grün-Weißen (und darüber hinaus). Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Robert bildete er das erfolgreichste Geschwister-Duo in Hütteldorf, auch im Nationalteam trugen „Körner I“ und „Körner II“ zu rot-weiß-roten Sternstunden bei.

Am kommenden Samstag feiert nicht nur Jahrhundert-Rapidler Hans Krankl seinen (73.) Geburtstag, sondern jährt sich jener von Fredi Körner zum 100. Mal. Der Name Körner ist beim SK Rapid nach wie vor präsent, nicht nur aufgrund des nach den beiden Legenden benannten „Körner Trainingszentrums powerd by VARTA“ im Prater, nur wenige hundert Meter entfernt vom nach ihrem langjährigen Mitspieler benannten Ernst-Happel-Stadions.

© GEPA

In Gedenken an Alfred Körner dürfen wir an dieser Stelle ein kleines Portrait über den Vorzeige-Sportler und Parade-Rapidler veröffentlichen:

Gemeinsam mit seinem älteren und bereits im Jahr 1989 viel zu früh verstorbenen Bruder Robert, sowie Spielern vom Schlage eines Ernst Happel, Walter Zeman, Robert Dienst oder Gerhard Hanappi, um nur wenige zu nennen, prägte Alfred Körner jene erfolgreiche Rapid-Mannschaft der unmittelbaren Nachkriegszeit, die wie keine zweite für den Ruhm und den Mythos in Grün-Weiß verantwortlich zeichnet. Begonnen hat die Laufbahn der Körner-Buam in einer Gassenmannschaft in der Nähe des Meiselmarktes.

Im Sommer 1938 sah der damalige Rapid-Spieler Franz Hofer die Körner-Buam kicken und schickte sie flugs zum Vorspielen auf die Pfarrwiese zum berühmten Nachwuchstrainer Leopold Nitsch. Die Mär sagt, dass der damals 12jährige Alfred unter Tränen trotzig ankündigte ohne seinen Bruder, der - obwohl zwei Jahre älter - als zu schmächtig erschien, nicht bleiben würde. Geblieben sind beide, der heute geflügelte Spruch "Der Hofer war´s" (wiewohl von einem Anhänger des Stadtrivalen berühmt gemacht) hatte also auch schon seinerzeit Gültigkeit und die ersten Sätze, die Fredi und sein älterer Bruder nach der Entscheidung gehört haben sollen, lauteten: "Buam, jetzt ist aus mit dem Spielen auf der Gassen - Jetzt seid´s Rapidler!"

 Bis 1959 war Alfred Körner Rapid-Spieler, in der Kampfmannschaft debütiert hat er während des verheerenden Zweiten Weltkriegs an seinem 17. Geburtstag im Jahr 1943. Nach 17 Saisonen standen fast 300 Meisterschaftsspiele mit 156 Toren zu Buche, dazu 22 internationale Bewerbspiele mit zwölf Treffern! Highlights hier sicher ein Triple-Pack bei einem 6:1-Kantersieg gegen PSV Eindhoven im damals neu gegründeten Europapokal der Landesmeister, wo er kurz darauf auch Teil jener Elf war, die Real Madrid mit einem Hattrick von Ernst Happel 3:1 im Praterstadion besiegen konnte.

© SK Rapid|Fotoarchiv Perszem

Unglaubliche sieben Meisterschaftstitel sowie ein ÖFB- und ein Zentropa-Cup-Titel vermerkt unser Archiv. Als Botschafter des Klubs und des gesamtösterreichischen Fußballs war diese große Mannschaft in der ganzen Welt unterwegs und bestritt auf fast allen Kontinenten Freundschaftsspiele, die allerdings von der Bedeutung her heute sicher glorreichen Europacupbegegnungen gleichzusetzen wären. Zehn Jahre hindurch fiel Weihnachten aus, da es galt mit Rapid auf Tournee zu sein. Legendärstes Testspiel bleibt sicherlich das 6:1 gegen Arsenal vom Mai 1953 in Brügge, als die Kanoniere aus London von ihren Namenskollegen aus Hütteldorf förmlich deklassiert wurden!

Auch mit der Nationalmannschaft schrieb Alfred Körner Geschichte, 47 Länderspiele mit 14 Treffern sind eine stolze Bilanz, der dritte Platz bei der WM 1954 bleibt für immer. Beim torreichsten Spiel der WM-Geschichte, dem 7:5-Sieg von Österreich in der "Hitzeschlacht von Lausanne" spielte Körner II auch eine Hauptrolle und erzielte die Treffer zum 2:3 und 5:3! Auch 1958 nahm Alfred Körner (hier im Gegensatz zu seinem älteren Bruder) an der WM teil und auch als Olympionike darf er gelten, war er doch 1948 Teilnehmer an den Olympischen Spielen in London!

Im Andenken und zu Ehren von Alfred Körner wird eine hochrangige Delegation des SK Rapid rund um den 100. Geburtstag einen Kranz am Grabe der grün-weißen Ikone am Baumgartner Friedhof niederlegen.

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