Throwback1996: Der Triumph gegen Feyenoord
Am 18. April vor 30 Jahren zog Rapid nach einem der besten Europacupspiele der Vereinsgeschichte zum zweiten Mal ins Finale ein:
Es war eine unglaubliche Saison, die Spielzeit 1995/96. Im Frühjahr stieg die Euphorie um die grün-weiße Mannschaft, die von Spielern wie Michael Konsel, Peter Schöttel, Michi Hatz, Andi Heraf, Peter Stöger, Didi Kühbauer, Stefan Marasek, Zoki Barišić oder dem ungewöhnlichen Stürmerpaar Carsten „Turban“ Jancker & Christian „Büffel“ Stumpf ebenso geprägt wurde wie von den leider viel zu früh verstorbenen Legionären Trifon Ivanov († am 16. Februar 2016 im 51. Lebensjahr) und Sergej Mandreko († am 8. März 2022 im 51. Lebensjahr). Auch unser aktueller Co-Trainer von Rapid II, Patrick Jovanović, der spätere Co-Trainer der Profis Roman Pivarnik (der sich am 1. Juni 1996 einen speziellen Platz in den grün-weißen Geschichtsbüchern sichern sollte) oder Peter Guggi, dessen Goldtor im ÖFB-Cupfinale gegen DSV Leoben am 5. Juni 1995 das Europacuptraumjahr erst möglich machte, gehörten zu den Schlüsselkräften des selbst für damalige Verhältnisse kleinen Kaders.
Nur 16(!) Spieler kamen in den neun Europacuppartien der Saison zum Einsatz, zu den oben genannten kam noch Rene Haller und in der Bundesliga (30. Meistertitel!) trugen noch Sascha Bürringer (Jahrgang 1975/zwei Spiele) und Oliver Lederer (Jahrgang 1978/zwei Spiele) sowie der polnische Stürmer Maciej Sliwowski (16 Spiele/5 Tore) dazu bei, dass der Teller nach acht Jahren Pause wieder nach Hütteldorf kam.
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Aber zurück zur Europacupsaison 1995/96. Die von Ernst Dokupil als Cheftrainer und von Herbert „Funki“ Feurer (damals Co- und Tormanntrainer) betreute Rapid-Mannschaft startete „erst“ Mitte September in den Bewerb und konnte sich durch einen Doppelpack von Zoran Barišić und einem Treffer des legendären Offensiv-Verteidigers Trifon Ivanov vor 12.000 Fans im Hanappi-Stadion gegen Petrolul Ploiesti durchsetzen. Beim Rückspiel in Rumänien reichte zwei Wochen später ein schmeichelhaftes torloses Remis, bei dem „Panther“ Michi Konsel eine seiner vielen Glanzleistungen abrufen konnte. Dann kam schon das Achtelfinale und am 19. Oktober war die Dokupil-Elf mit einem 0:2 im Estadio Jose da Alvalede zu Lissabon noch gut bedient. Die grün-weiße Elf aus Portugal schien schon fix eine Runde weiter, doch erlebte Sporting am Allerseelen-Tag in letzter Minute und der Verlängerung eine böse Überraschung. Bis zuletzt stand es durch einen schönen Treffer von Didi Kühbauer „nur“ 1:0 für die Wiener Grün-Weißen, doch in der wohl letzten Aktion der regulären Spielzeit konnte Christian Stumpf eine artistische Vorlage von Trifon Ivanov zum 2:0 in den Maschen versenken. Der Büffel selbst und Carsten Jancker mit seinem ersten Europacuptor für Rapid machten in der „Extra-Time“ alles klar und somit hieß es am Ende 4:0 für den SCR!
Im neuen Jahr wurde Dynamo Moskau mit dem klaren Gesamtscore von 4:0 (1:0 in der russischen Hauptstadt durch ein Goldtor von Christian Stumpf; 3:0 im fast ausverkauften Prater-Oval durch einen Doppelpack von Carsten Jancker und einen Elfmeter von Peter Stöger) aus dem Bewerb geworfen und somit wartete Feyenoord Rotterdam, der ehemalige Klub der Rapid-Legenden Ernst Happel und Franz Hasil, im Halbfinale.
Nach einem 1:1 in der niederländischen Hafenstadt, im ausverkauften Stadion „De Kuip“ („Die Wanne“), bei dem abermals Carsten Jancker traf und sich ein überragender Michael Konsel nur nach einem Elfmeter von Ronald Koeman hinter sich greifen musste, lebte die Hoffnung auf den zweiten Einzug in ein Europacupfinale der Vereinsgeschichte (nach 1985, als es ausgerechnet im Feyenoord-Stadion gegen einen damals überragenden Everton FC nicht reichen sollte). Die Holländer, gecoacht vom späteren Austria-Trainer Arie Haan, kamen mit an Überheblichkeit grenzendem Selbstvertrauen nach Wien und wurden in einem selten stimmungsvollen Ernst-Happel-Stadion förmlich an die Wand gespielt.
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Der „Käse“ war schon nach etwas mehr als einer halben Stunde gegessen, einem Blitztor von Carsten Jancker (2. Minute) folgte ein Doppelschlag durch seinen kongenialen Sturmpartner Christian Stumpf (32. Minute) und dem Deutschen selbst, der weitere drei Minuten später mit einem epischen Seitfallzieher die Vorentscheidung und den späteren Endstand auf eine mehr als sehenswerte Art & Weise erzielen konnte.
Mehr zur Europacup-Saison 1995/96 könnt ihr auch am 8. Mai beim Rückblick-Talk im Allianz Stadion miterleben - alle Infos hier.
Weiter unten findet Ihr via Rapid TV einige vom ORF zur Verfügung gestellte Videos zu diesem historischen Europacupabend am 18. April 1996 im Wiener Ernst-Happel-Stadion!
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Ernst-Happel-Stadion; 48.000 Zuschauer am 18. April 1996
Tore: 1:0 (2.) Jancker, 2:0 (32.) Stumpf, 3:0 (35.) Jancker
SK Rapid: Konsel; Ivanov; Hatz, Schöttel, Guggi; Heraf, Kühbauer (86. Haller), Stöger (86. Mandreko), Marasek; Stumpf, Jancker;
Feyenoord: De Goey; Koeman; Schuiteman, Boateng; Bosz, van Gastel, van Bronckhorst, Iwan (46. Obiku); Taument, Larsson, Vos;