07.05.2026Geschichte

Vor 30 Jahren: Europacupfinale #2

Am 8. Mai 1996 bestritt Rapid das Endspiel im Europapokal der Pokalsieger – wir blicken zurück:

Elf Jahre nach der ersten Teilnahme an einem Europacupfinale war es für den SK Rapid wieder soweit - im zweiten Versuch sollte im Endspiel des UEFA-Pokals der Pokalsieger der größte internationale Erfolg der Vereinshistorie erreicht werden.

Aber wie 1985 in Rotterdam gegen den Everton FC (1:3 mit dem „Ehrentor“ von Goleador Hans Krankl) war auch an diesem 8. Mai 1996 im "Stade Roi Boudoin" zu Brüssel Grün-Weiß kein Sieg vergönnt. 

Die Start-11 im Europacupfinale am 8. Mai 1996. © GEPA

Nach einer traumgleichen Europacupsaison, in der Petrolul Ploeisti (Rumänien), Sporting Lissabon, Dynamo Moskau und Feyenoord Rotterdam aus dem Bewerb geworfen wurden, hofften mehr als 15.000 mitgereiste Rapid-Anhänger (die Kronen Zeitung sprach gar von rund 20.000) gegen Paris St. Germain auf den ganz großen Coup.

Doch leider konnte unsere Mannschaft (damals mit folgender Aufstellung: Michael Konsel; Peter Schöttel, Trifon Ivanov, Michael Hatz; Peter Guggi, Dietmar Kühbauer, Andreas Heraf, Peter Stöger, Stefan Marasek, Christian Stumpf (46. Zoran Barišić), Carsten Jancker) nicht an die großen Leistungen aus den K.O.-Spielen anschließen.

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Entschieden wurde die Partie durch eine unglückliche Situation, denn Peter Schöttel fälschte in der 29. Minute einen Freistoß von Bruno N´Gotty aus großer Distanz unhaltbar für den damals monatelang in Überform spielenden Torhüter Michael Konsel ab. In Wien wurde an diesem Tage quasi das moderne "Public Viewing" erfunden, auf Initiative der im Mai 2021 verstorbenen ORF-Radiolegende Edi Finger junior und seines damaligen Assistenten Martin Lang sowie von Bürgermeister Michael Häupl und Sportstadträtin Grete Laska wurde die Partie auf einer Riesenleinwand am Rathausplatz übertragen, auch dort fieberten weit mehr als 20.000 Grün-Weiße mit ihrer Mannschaft mit!

Unvergessen bleibt trotzdem die Siegerehrung, die "Verlierer" wurden schließlich von ihren mitgereisten Anhängern so lautstark gefeiert, dass neutrale Beobachter wohl bis heute meinen, dass der Pokal nicht an PSG, sondern an den SCR ging. Knapp drei Wochen später war der Jubel aber noch um ein Vielfaches größer, holte doch diese Mannschaft unter dem damaligen Trainer Ernst Dokupil sowie Co- und Torwartcoach Herbert "Funki" Feurer am 1. Juni 1996 im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion durch ein 2:0 (Tore: Roman Pivarnik, Christian Stumpf) im direkten und alles entscheidenden Duell gegen Sturm Graz den 30. Meistertitel!

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Mit Trifon Ivanov verstarb leider im Februar 2016 einer der wichtigsten Spieler dieser grandiosen Mannschaft und Sergej Mandreko, der im Endspiel nicht zum Einsatz kam, verlor im März 2022 seinen heroischen Kampf gegen die teuflische Nervenkrankheit ALS.

Wie gerne hätten wir auch diese beiden Kult-Legionäre beim 350. Wiener Derby am kommenden Sonntag begrüßt, da sind nämlich alle Spieler und Betreuer, die bei dieser – trotz der Niederlage im Finale – märchenhaften Europacupsaison dabei waren, Ehrengäste im Allianz Stadion und haben bis dato auch fast alle (natürlich nicht Didi Kühbauer, der zeitgleich mit seinem aktuellen Verein in Linz im Einsatz ist) freudig ihr Kommen zugesagt.

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Mit Unterstützung unseres TV-Partners ORF können wir Euch auf Rapid TV und hier (weiter unten) einige Videos, darunter das Spiel in voller Länge, anbieten!  

Konsel & Kühbauer danken den mitgereisten Fans in Brüssel. © GEPA

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