24.06.2026Geschichte

Seit 120 Jahren in Grün und Weiß!

Am heurigen 24. Juni jährt sich eine wichtige Tradition zum 120. Mal:

Vor genau 120 Jahren, am 24. Juni 1906, lief Rapid auf dem Rudolfsheimer Sportplatz erstmals in den Farben Grün und Weiß, den Farben des Bezirks Rudolfsheims, auf.

„First Vienna schlägt Rapid mit 5:4. Rapid spielte in neuen Farben, grün-weiss waagrecht gestreift, den Farben Rudolfsheims und wurde beim Erscheinen auf dem Platze lebhaft begrüßt.“       
(Sportnachrichten, S.2., 29. Juni 1906)

Das erste Teamfoto nach dem Farbwechsel ist aus der Saison 1906/07 bekannt, wo unser Team mit einem quergestreiften Trikot zu sehen ist. Querstreifen auf dem Trikot sind zu dieser Zeit äußerst unüblich – sie könnten mit der am Platz vorbeifahrenden Straßenbahn zu tun haben, wie der Rudolfsheimer Bezirkschronist Kurt Stimmer 1978 in seinem Buch „Rudolfsheim-Fünfhaus“ schreibt: Bis Februar 1907 fahren die Straßenbahnen in Wien nämlich aufgrund der hohen Analphabetismusrate mit Farbscheiben an der Front. Und zu dieser Zeit fährt die heutige Linie 49 mit einem grün-weiß-grün-quergestreiften Farbsignal.

SCR anno 1906!

Oben: Das erste bekannte Mannschaftsfoto nach dem Farbwechsel 1906 vor der Häuserfront in der Selzergasse. Dieses Bild ist auch auf der Erinnerungstafel für den Rudolfsheimer Sportplatz am Leopold-Mistinger-Platz im 15. Bezirk (mehr siehe hier) zu sehen.

Fanartikel zum Thema: Schal - Shirt - Aufkleber 

(Artikel wird unterhalb fortgesetzt) 

Das Wappen von Rudolfsheim

Die damalige Signalscheibe der Straßenbahnlinie 49.

Widerlegt werden kann jedenfalls eine oft genannte Theorie: Bis Juni 1906 tragen die Rapidler Blau und Rot, die Farben der Hutfabrik Böhm, wo der 1. Wiener Arbeiter Fußball-Club 1897 gegründet wird, ehe am 8. Jänner 1899 die Umbenennung in Sportclub „Rapid“ erfolgt. Eine Abkehr der blau-roten Farben wird oftmals damit begründet, dass sich die Farben zu Violett verwaschen. Das macht jedoch historisch keinen Sinn, da der Farbwechsel auf Grün-Weiß 1906 erfolgt und der violette Stadtrivale unter dem Namen „Wiener Amateursport-Verein“ erst fünf Jahre später gegründet wird.

 Nach einigen Jahren etablieren sich für die Rapidler auch die Spitznamen „Die Grünen“ oder „Die Grün-Weißen“ mit Bezug auf die neuen Vereinsfarben. Ab 1906 sind diese auch erstmals im Wappen zu sehen, welches in den folgenden Jahrzehnten einigen Veränderungen unterliegt.

Das erste Rapid-Wappen mit grünen und weißen Elementen

Ob längsgestreift, quergestreift, vertikalgeteilt oder im Nadelstreif: Etliche Muster sind in den letzten 120 Jahren auf dem Rapid-Trikot in Grün und Weiß zu sehen. Manche davon sind heute Kult, andere stoßen auf weniger Gegenliebe bei den Fans. Was jedes Jahr Gültigkeit hat: Die grün-weißen Trikots verkaufen sich um ein Vielfaches im Gegensatz zu den Auswärtsdressen.

 Mit Mizuno folgt mit 1. Juli der fünfte offizielle Ausrüster der Rapid-Geschichte nach adidas (1974-1990 sowie 1999-2021), Kappa (1991-1992), Diadora (1992-1999) und Puma (2021-2026). Bis 1974 wird Rapid von lokalen Ausstattern in zahlreichen grünen und weißen Mustern ausgerüstet, die Hosen sind über viele Jahrzehnte hinweg oftmals schwarz. Ein Erkennungsmerkmal, welches sich bis in die frühen 1990er-Jahre noch zieht.

Wirft man einen genaueren Blick auf die grün-weißen Dressen, so sind die Längsstreifen seit 1906 mit 21 verschiedenen Mustern dominant. Querstreifen sind im Vergleich dazu in zehn Versionen bekannt. Noch öfter als Längsstreifen trägt Rapid in der 127-jährigen Vereinsgeschichte aber ein grünes Trikot, wo Ärmel oder Kragen oftmals in Weiß gehalten sind. Beim Kragen ist der klassische, liegende Hemdkragen die mit Abstand meistgenutzte Variante: Alleine von 1991 bis 2013 ist er auf jeder Heimtrikotvariante zu sehen.

Nur selten wird in den Jahrzehnten nach 1906 farblich ausgewichen, wie beispielsweise 1950 aufgrund von schlechter Sichtbarkeit durch die Wetterbedingungen gegen den Lask oder 1956 bei der Flutlichtpremiere im Wiener Stadion gegen Real Madrid. Beide Male wird die rote Signalfarbe aufgrund der besseren Sichtbarkeit getragen. Nachdem 1984 bei den legendären Spielen gegen den Celtic Football Club aus Glasgow sowohl blaue als auch rote Trikots getragen werden, kehren diese erst dauerhaft auf Initiative von traditionsbewussten Fans 1995 als Auswärtsfarben zurück.

Ein bis dato letztmaliger farblicher Abweicher beim Stadthallenturnier 2005, als Rapid am 106. Geburtstag einmalig in Schwarz-Blau aufläuft, stößt auf großen Widerstand und sorgt für einen Stimmungsboykott seitens der Fans bei diesem Spiel.

Für Kurzentschlossene gibt es am 24. Juni um 17 Uhr eine einstündige Museumsführung zu den Trikots in den grün-weißen Farben in den letzten 120 Jahren – Tickets sind hier online sowie im Fancorner erhältlich.

Nachfolgend findet ihr in der Galerie eine Übersicht der bekanntesten Rapid-Muster in Grün und Weiß (Trikotgrafiken erstellt von miketeissngraphics):
Grün-Weiß seit 1906

Ab 11:00 Uhr in unseren Fanshops und unter skrapid.at erhältlich!

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SK RapidSK RapidSK RapidRapid TV+SK Rapid 1899