Endstation Play-off
Mit dem 2:2-Remis im Rücken startete die Mannschaft von Cheftrainer Johannes Hoff Thorup heute ins Play-off-Rückspiel der UEFA Conference League. Gegen die Hearts sollte der ersehnte Einzug in die Ligaphase gelingen, ein volles Weststadion bot die perfekte Bühne für einen magischen Europacupabend – inklusive Präsentation des neuen dritten Trikots. Doch das Flutlichtspiel sollte leider alles andere als magisch werden: Nach zwischenzeitlichen Toren von Ercan Kara und Nenad Cvetković gings nach der Verlängerung ins Elfmeterschießen – nach zwei verschossenen Elfern mussten wir uns auf bitterste Art und Weise vom europäischen Herbst verabschieden.
Kara zur Stelle
Die Relevanz dieser Partie zeigte sich gleich in den Anfangsminuten: Beide Teams schenkten sich nichts und versuchten, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. In der 8. Minute wurden wir durch einen direkten Freistoß von Yusuf Demir, den der schottische Keeper gerade noch parieren konnte, erstmals vorstellig. Nur eine Minute später scheiterte Tonni Adamsen mit einem Abschluss aufs kurze Eck (9.). Nach einem üblen Zusammenstoß folgte eine kurze Spielunterbrechung, bei der ein Spieler von Hearts verletzungsbedingt mit der Trage abtransportiert werden musste – gute Besserung auch an dieser Stelle, Tom Renaud (15.)! Die Partie pendelte sich danach zwischen beiden Hälften ein und es wurde intensiver – zahlreiche Fouls störten den Spielfluss. Das nächste Raunen ging bei einem Distanzschuss von Bendi Bolla durchs Stadion, der das Tor jedoch doch deutlich verfehlte (33.). Doch in der 35. Minute passte alles: Romeo Amane fand Yusuf Demir, der geschickt zur Mitte legte – Ercan Kara war zur Stelle und erzielte trocken das 1:0!
Dank einer starken Parade von Niklas Hedl (38.) blieb die Führung auch nach einem satten Schuss der Schotten bestehen. So gings mit dem knappen Vorsprung zum Nachjustieren in die Kabine.
Ercan Kara erzielte die Führung, die schlussendlich nicht reichen sollte. © GEPA
Bitterer Ausgleich
Die Schotten kamen spritziger aus der Kabine und machten unserer Verteidigung das Leben schwer. Doch unsere Hintermannschaft war hellwach, einen Angriff der Hearts entschärften Nenad Cvetković und Serge-Philippe Raux-Yao nach einem Sprint über das halbe Feld mit einer defensiven Glanzleistung (58.). Nur eine Minute später wurde es erneut brenzlig, als Torschütze Ercan Kara nervenstark auf der Linie klärte (59.). Das Momentum lag zu diesem Zeitpunkt klar auf der Seite der Gäste, offensive Nadelstiche fielen uns schwer. Coach Johannes Hoff Thorup reagierte und brachte frische Kräfte, Niki Wurmbrand und Nico Bajlicz ersetzten Petter Nosa Dahl und Tonni Adamsen (66.). Kurz vor der Rapidviertelstunde trauten die 23.975 anwesenden Fans bei einem Freistoß der Hearts ihren Augen nicht, den dazugehörigen Kopfball sahen alle schon im Netz zappeln, glücklicherweise flog er doch Millimeter neben den Pfosten. Nach einem Foul an Niki Wurmbrand verlagerte sich das Momentum wieder auf unsere Seite, nachdem Tómas Bent Magnússon die gelb-rote Karte sah (76.).
So sehr wir auch das Momentum nutzen wollten, es gelang uns nicht: Ein Eckball wurde uns zum Verhängnis, per Kopf fiel der erbettelte Ausgleich, 1:1 (79.). Wenig später hatte SP Raux-Yao die große Chance auf die Führung, sein präziser Schuss wurde ans Aluminium geklärt (87.). So blieb es nach 94 Minuten beim Remis – es ging in die Verlängerung.
Kein weiteres Vorbeikommen für Grün-Weiß + Treffer für Hearts = Überstunden! © GEPA
Überstunden ohne Ertrag
Die Verlängerung lief nicht nach Plan, wir starteten zwar schwungvoll, fanden aber keine zwingenden Chancen vor. Hearts hingegen kämpfte in Unterzahl und erarbeitete sich nach einem Konter den schmerzhaften Führungstreffer, 1:2 (101.). In der zweiten Hälfte der Verlängerung klopfte Yusuf Demir mit einem Schuss aus der zweiten Reihe an, verfehlte jedoch knapp (107.). Moulaye Haïdara und Ange Ahoussou sollten den erhofften Schwung bringen, sie ersetzten Bendi Bolla und Jannes Horn (111.). Und unsere Nummer 43 war maßgeblich am nächsten tosenden Jubel beteiligt: Die Flanke von Moulaye Haïdara flog in den Strafraum, Nenad Cvetković war zur Stelle und köpfelte Rapid in letzter Sekunde ins Elfmeterschießen, 2:2 (119.)! Davor durfte auch noch Louis Schaub statt Romeo Amane aufs Grün (120.).
Das Elferschießen endete jedoch auf bitterste Art und Weise: Zwar versenkten Ercan Kara, Louis Schaub und Yusuf Demir, ebenso parierte Niki Hedl einen Elfer, doch am Ende sollte es nach zwei verschossenen Elfern (Haïdara, Tilio) leider nicht reichen.
Worte zu finden, fällt schwer: Die europäische Reise endete gegen Heart of Midlothian FC.
Fotos: GEPA
UEFA Conference League | Play-off, Rückspiel | Weststadion
Tore: Kara (35.); Kaboré (79.), Miller (101.)
Sonstiges: Magnússon (Gelb-Rot/76.)
Rapid-11: Hedl; Horn (111. Ahoussou), Raux-Yao, Cvetković, Bolla (111. Haïdara), Seidl ©, Amane (120. Schaub), Dahl (66. Wurmbrand), Adamsen (66. Bajlicz), Y. Demir, Kara
Ersatz: Gartler, Orgler, Roka, Tilio, Wurmbrand, Gulliksen, Ahoussou, Schaub, Bajlicz, Haïdara, Gröller, F. Demir