03.06.2020
Spielbericht, Bundesliga, Profis

Bitter: Verletzungsgeplagtes Rapid verliert zum Liga-Comeback

Das war ganz bitter und hatten wir uns völlig anders vorgestellt: Sicher, die aktuellen Umstände waren für uns alle neu, ein Spieltag ohne unsere Fans, die vorherrschende Situation mit den notwendigen Sicherheits- und Hygiene-Maßnahmen als Zeichen der Zeit. Weniger neu war leider, dass sich Rapid, zum Comeback der Bundesliga, in Salzburg einmal mehr geschlagen geben musste. Diesmal waren die Umstände allerdings besonders bitter, denn der sprichwörtliche Verletzungsteufel schlug unbarmherzig zu. Schon in der 3. Minute musste Christopher Dibon, der ohne Fremdeinwirkung umgeknickt war, verletzungsbedingt vom Feld. Für ihn kam Mario Sonnleitner, der sechs Minuten später das 0:1 miterlebte: Weite Flanke von Ulmer in den Strafraum auf Daka, der über den herausgelaufenen Richi Strebinger ins Netz köpfelte (9.). Rapid hatte gleich darauf die große Ausgleichschance vor den Beinen, als Kelvin Arase ideal auf Taxi Fountas ablegte, dessen Direktabnahme im Strafraum aber von Goalie Stankovic pariert wurde (12.).

Während Salzburg bereits mit dem Cupfinale ein Pflichtspiel in den Beinen hatte, war es für uns das erste. Cheftrainer Didi Kühbauer musste vor der Partie wie erwartet den angeschlagenen Mateo Barac vorgeben, Thomas Murg war zunächst auf der Bank. Ansonsten lief fast die gleiche Startelf auf, wie im letzten Meisterschaftsspiel, im März beim WAC (damals 2:2). Aber es war eine Rapid-Elf, die vielen Änderungen unterworfen sein sollte: Es war kaum eine halbe Stunde um, da musste der zuvor erst eingetauschte Mario Sonnleitner nach einem Zusammenprall mit Hwang vorzeitig vom Platz - für ihn kam Srdjan Grahovac. Danach spielte Rapid zwar gefällig mit, die Chancen fand aber der Gastgeber vor: Junuzovic mit einem Volley, den Strebinger entschärfte (28.), einen Freistoß von Szoboszlai konnte unser Schlussmann wegfausten (42.).

Ungewollt rotieren musste Cheftrainer Didi Kühbauer in Salzburg.

In der zweiten Hälfte unterstrich Salzburg seine Ambition, uns die nächste Niederlage in Wals-Siezenheim zufügen zu wollen: Junuzovic setzte seinen Freistoß knapp drüber (48.), einen Kopfball von Hwang lenkte Strebinger aus kurzer Distanz gerade noch auf die Seite (54.). Ehe wieder ein Standard für Gefahr sorgte - ein Szoboszlai-Freistoß prallte von der Stange zurück (57.). Rapid blieb hier nur der versuchte Befreiungsschlag, aber jegliche Bemühungen in die Offensive blockte unser Gegner konsequent ab. Im Gegenzug näherte man sich wieder unserem Tor an: Nach einem Eckball kam Vallci am Fünfer zum Kopfball, setzte aber selbigen über die Latte (64.), ehe Richi Strebinger einen Hwang-Flachschuss entschärfte (70.).

Wir versuchten, mit einem Dreifach-Wechsel den notwendigen, neuen Schwung ins Geschehen zu bringen und für neue Impulse zu sorgen. Aber dann ausgerechnet wieder der spielgestaltende Fehlerteufel: Thomas Murg, gerade erst gekommen und noch gar nicht am Ball, musste nach einem Zusammenstoß vom Feld humpeln. Und weil das Austauschkontingent bereits ausgeschöpft war, blieb uns nichts weiter übrig, als die Partie zu zehnt zu beenden. Salzburg nützte das: Nicht in Form von Hwang, der seinen Versuch noch am langen Eck vorbeischoss und uns damit im Spiel hielt (77.). Aber eine Kombination der eingewechselten Adeyemi und Okafor führte zum 0:2, Letzterer traf mit der letzten, relevanten Aktion in der Nachspielzeit. Unsere Niederlage war besiegelt, die Augen richten sich nun auf das erste Heimspiel in der Meistergruppe, wenn wir am Sonntag Sturm Graz im Allianz Stadion empfangen (Anpfiff: 19:30 Uhr). Sowie auf unser verletztes Trio Dibon, Sonnleitner und Murg, das sich am Donnerstag in Wien genaueren Untersuchungen unterziehen wird. Gute und hoffentlich schnelle Genesung!

Fotos: GEPA Pictures.

(gub)

23. Runde:
RB Salzburg - SK Rapid 2:0 (1:0)
Wals-Siezenheim, RB Arena, SR Eisner.

Tore: 1:0 Daka (9.), 2:0 Okafor (91.);

RB Salzburg: Stankovic – Vallci, Ramalho, Wöber, Ulmer – Junuzovic, Ashimeru (59./Onguene), Mwepu, Szoboszlai – Daka (68./Adeyemi), Hwang (83./Okafor);

SK Rapid: Strebinger – Stojkovic, Dibon (7. Sonnleitner/27. Grahovac), Hofmann – Arase (72. Schick), Petrovic, Ljubicic, Schwab, Ullmann – Knasmüllner (72. Murg), Fountas (72. Kitagawa);

Gelbe Karten: Hwang; Stojkovic

Richard Strebinger nach dem Spiel:

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Highlights:

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Pressekonferenz mit unserem Trainer nach dem Spiel:

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Relive:

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