22.11.2020
Bundesliga, Profis, Spielbericht

Kurioses 3:4: Rückfall in Ried

Willkommen zurück, Rapid: In der wichtigen Länderspielpause sammelten wir viele Kräfte, regenerierten nach intensiven englischen Wochen und starten in Kürze in die nächsten. Es sind viele, ausstehende Partien bis Jahresende, aber nicht mehr allzu viel Zeit. Umso wichtiger, dass für unser Gastspiel in Ried am Sonntag wieder bewährte Rapidler der letzten Zeit in den Kader zurückkehrten: Marcel Ritzmaier und Taxi Fountas meldeten sich bereit und standen wieder in der ersten Elf, Filip Stojkovic saß zumindest auf der Bank. Nach dem Duell gegen Salzburg vor zwei Wochen fehlt uns ja Kapitän Dejan Ljubicic leider längerfristig, Dejan Petrovic (krank) und Kelvin Arase (angeschlagen) passten ebenfalls.

Bevor es in der kommenden Woche auch mit der UEL wieder weitergeht, wo wir in Irland beim Dundalk FC gastieren, wollte man nun in Ried an die erfolgreichen Wochen der letzten Zeit ansetzen. Da Tabellenführer Salzburg überraschend verloren hatte, konnte unsere Mannschaft mit drei möglichen Punkten sogar zumindest für eine Woche an die Spitze springen - vor dem Anpfiff war man als einziges Team der Liga noch ungeschlagen. Geschlagen wurden wir an dieser Stelle im Innviertel beim letzten Gastspiel, vor mittlerweile mehr als drei Jahren. Danach stiegen die Oberösterreicher ab, kämpften sich im Sommer wieder in die oberste Spielklasse. Also auf ein Neues, Rapid - würden wir diesmal drei Punkte aus Ried mitnehmen können?

Die erste Szene war jedenfalls kurios: Eine Hereingabe von Ried klärte der heute defensivere Max Ullmann zwar, aber riskant an die eigene Außenstange (7.). Aus dem folgenden Eckball resultierte ein Kopfball von Reiner, der am Eck vorbei ging (8.). Nun meldeten wir uns aber, und wie: Mateo Barac mit einem hohen Ball nach vorne, Thorsten Schick beförderte den Ball in den Strafraum, wo sich ein Verteidiger verschätzte und Christoph Knasmüllner plötzlich allein vor dem Tor wiederfand - er konnte sich das Eck aussuchen, entschied sich für das kurze und bezwang so Ex-Rapid-Goalie Sahin-Radlinger (14.)! Die nächste Chance: Fountas, mit Hand-Manschette nach Verletzung, mit einer Mischung aus Schuss und Stanglpass, aber vorbei (22.). Drin war der Ball dann leider auf der Gegenseite. Denn nach einem Eckball der Hausherren lenkte Srdjan Grahovac den Ball unglücklich ins eigene Netz ab, 1:1 (25.). Grüll fand danach wieder eine Möglichkeit vor, sein Schuss landete am Außennetz (27.). Rapid verstärkte daraufhin den Druck wieder, aber die Innviertler zeigten sich weiter effizient und nutzten die einzige, weitere Chance: Grüll machte Meter und sprintete in den Strafraum, seinen Stanglpass in den Fünfer verwertete Gschweidl im Rutschen zum 2:1 (40.). Wir mussten nun in der zweiten Hälfte unbedingt reagieren und wieder die Initiative ergreifen.

Rapid musste nach den Toren aber noch eine bittere Niederlage hinnehmen.

Und das gelang: Nach Ritzmaier-Flanke verzog Christoph Knasmüllner noch volley (49.). In der nächsten Szene staubte er aber aus kurzer Distanz zum Ausgleich ab, nachdem Goalie Radlinger einen Ullmann-Weitschuss nicht festhalten konnte (51.). Wir blieben dran, verlegten uns aufs Kontern und gingen durch einen dieser Vorstöße dann auch in Führung - Fountas lief auf der Seite allen davon und diesmal kugelte der Rieder Reiner die Hereingabe unhaltbar ins eigene Tor (65.). In der nächsten Szene rettete Radlinger gegen Fountas, der bereit war, einzuschießen (68.). Aber dann war wieder der Gastgeber da: Einen weiten Freistoß in den Strafraum lenkte Reiner aus kurzer Distanz im Fünfer an Paul Gartler vorbei zum 3:3 ins Netz (71.). Was war bitte hier los?!

Es sollte weiter hin- und hergehen: Ein wuchtiger Kopfball von Kara wurde reaktionsschnell pariert (76.), auf der Gegenseite blieb Gartler gegen einen Ziegl-Versuch aufmerksam (86.). Wer sollte das glücklichere Ende für sich haben? Nun, es war Ried – denn nach einem Bajiic-Pass nach einem Konter stellte Grüll im Rutschen auf 4:3 (87.), dabei blieb es auch. Weil sich, trotz vieler kurioser Szenen eine letzte vor dem gegnerischen Tor für uns nicht mehr einstellte und somit die Punkte allesamt im Innviertel blieben.

Fotos: GEPA Pictures.

(gub)

tipico Bundesliga, 8. Runde:
SV Ried - SK Rapid 4:3 (2:1)
Josko Arena, keine Zuschauer, SR Eisner

Torfolge: 0:1 (14.) Knasmüllner, 1:1 (25.) Grahovac (Eigentor), 2:1 (40.) Gschweidl, 2:2 (51.) Knasmüllner, 2:3 (65.) Reiner (Eigentor), 3:3 (71.) Reiner, 4:3 (87.) Grüll

SV Ried: Sahin-Radlinger – Takougnadi (72. Haas), Reifeltshammer, Reiner, Lercher – Ziegl, Lackner – Paintsil (81. Wießmeier), S. Nutz (81. Offenbacher), Grüll (90. Boateng) – Gschweidl (72. Bajic)

SK Rapid: Gartler – Schick (89. Kitagawa), Hofmann, Barac, Ullmann – Grahovac, Knasmüllner, Ritzmaier – Demir (57. Stojkovic), Kara (82. Alar), Fountas

Gelbe Karte: Hofmann;