Ziel: Ein Sieg für die Ligaphase
Nach der 1:2-Niederlage in Ungarn benötigt Rapid am Donnerstag (Ankick 19:00 Uhr | live in Konferenzschaltung auf ORF 1 und als Einzelspiel im Livestream auf ORF ON) im bis auf den Business Club ausverkauften Allianz Stadion nun einen höheren Heimsieg gegen ETO Györ, um wie im Vorjahr die Ligaphase der Conference League zu erreichen.
Das 1:2 in Györ war für Rapid unter Trainer Peter Stöger die erste Niederlage im neunten Pflichtspiel der Saison. Davor hatte es bereits immerhin fünf Siege und drei Remis gegeben. Im Rückspiel gegen die Ungarn stehen die Grün-Weißen aus Hütteldorf aber nun vor einem Pflichtsieg, ansonsten wäre die Europacupsaison 2025/26 nach sechs Partien in der Qualifikation zu Ende.
In diese startete Rapid im Juli mit zwei Siegen gegen Dečić Tuzi recht souverän (2:0, 4:2), aber gegen Dundee United musste Rapid nach zwei Mal 2:2 in Schottland im 333. Europacupspiel der Vereinsgeschichte erstmals ein Elfmeterschießen bestreiten. In diesem zeigten sich jedoch alle fünf Schützen nervenstark und verwandelten souverän.
Ein ähnliches Szenario könnte auch am Donnerstagabend in Hütteldorf bevorstehen – falls Rapid das Spiel gegen ETO Györ nach 90 bzw. 120 Minuten „nur“ mit einem Tor Differenz gewinnen sollte. Das Ziel der Mannschaft um Kapitän Matthias Seidl ist es aber sicherlich, die Entscheidung möglichst in der regulären Spielzeit herbeizuführen.
Aber einfach dürfte das nicht werden, wie bereits das erste Spiel zeigte. Und auch die bisherige Bilanz Rapids gegen ungarische Vereine lässt nicht unbedingt eine klare Angelegenheit erwarten. Denn von den bisher vier Heimspielen gegen ungarische Vereine im Europacup konnte Rapid nur ein einziges gewinnen.
Beim offiziellen Medientermin am Tag vor der Partie, unserem 200. Pflichtspiel im Allianz Stadion, zeigten sich aber sowohl Geschäftsführer Sport Markus Katzer als auch Cheftrainer Peter Stöger sehr optimistisch, dass der Aufstieg gelingen wird (die gesamte Pressekonferenz sehr ihr etwas weiter unten sowie auf Rapid TV und unserem YouTube-Kanal). Der Coach gab zudem bekannt, dass es personell erfreulich aussieht und all jene Spieler, die zuletzt im Spieltagskader dabei waren, einsatzfähig sind. Mit Martin Ndzie könnte er sogar auf eine Neuverpflichtung zurückgreifen. „Für die Start-Aufstellung wird er eher noch kein Thema sein, da er ja erst sehr frisch bei uns im Mannschaftstraining steht“, so der 59-jährige Wiener. Noch nicht auf europäischer Ebene spielberechtigt ist hingegen mit Marco Tilio der aktuellste Neuzugang, da der UEFA-Nennschluss bereits vor den Hinspielterminen war. Der Italo-Australier könnte aber nach formellen Kriterien bereits in der kommenden Bundesligarunde (am Sonntag in der Südstadt gegen den TSV Hartberg) sein Debüt für Grün-Weiß feiern.
(Artikel wird unterhalb fortgesetzt)
Rapid in Europa gegen ungarische Klubs
Am 18. September 1985 gab es in der 1. Runde des Europacups der Cupsieger einen klaren 5:0-Erfolg über Tatabanya. Damit war bereits nach dem ersten Spiel alles klar und die Wiener konnten sich in Ungarn ein 1:1-Remis erlauben.
Aber außer diesem klaren Heimsieg von 1985 gab es für Rapid in Wien gegen ungarische Vereine nur zwei Remis und eine Niederlage. Letztere gab es gleich beim ersten Aufeinandertreffen in der 1. Runde des UEFA-Cups 1979 gegen Diosgyör Miskolc. Durch ein Tor kurz vor Schluss verlor die Mannschaft von Walter Skocik im Weststadion mit 0:1 und schied nach einem 2:3 in Miskolc aus.
Keinen Heimsieg gab es auch zwei Jahre später gegen Videoton Szekesfehervar. In einer spektakulären Partie im Praterstadion verhängte der Schiedsrichter für beide Teams je zwei Elfmeter, von denen jeweils einer vergeben wurde. In der Schlussminute rettete Antonin Panenka vom Elfmeterpunkt noch ein 2:2. Diesmal schlug Rapid im Rückspiel in Person von Hans Krankl zu, der beide Treffer zum 2:0-Erfolg erzielte.
Und auch in der Conference League Qualifikation 2023 gab es für Rapid gegen Debrecen, dem aktuellen Klub unseres langjährigen Innenverteidigers Maxi Hofmann, im Allianz Stadion nur ein 0:0, aber auswärts setzten sich die Rapidler souverän mit 5:0 durch.
Dreimal aufgestiegen, viermal ausgeschieden
Insgesamt ist Rapid in bisher vier Europacupduellen gegen ungarische Vereine drei Mal aufgestiegen und schied nur ein Mal aus. Allerdings täuscht diese Bilanz auch. Denn wenn man sich die Bilanz der bisherigen neun Spiele ansieht, dann ist diese mit jeweils drei Siegen, drei Remis und drei Niederlagen völlig ausgeglichen. Allerdings hat Rapid doppelt so viele Tore erzielt wie die Gegner (18:9).
Weitere Zahlen, Daten & Fakten
Europacup-Gesamtbilanz von Rapid:
334 Spiele / 137 S / 64 U / 133 N / Tore: 508:465
Europacup-Bilanz von Rapid gegen Vereine aus Ungarn:
9 Spiele / 3 Siege / 3 Unentschieden / 3 Niederlagen / Tore: 18:9
1979/80: UEFA-Cup, 1. Runde - ausgeschieden
19.09.1979: Weststadion: Rapid - Diosgyör Miskolc 0:1 / Tor: Füko (86.)
03.10.1979: Miskolc: Diosgyör - Rapid 3:2 / Tore: Szalai (11.), Fekete (20.), Tatar(83.); Keglevits (43.), Sallmayer (86.)
1981/82: UEFA-Cup, 1. Runde - Aufstieg
16.09.1981: Praterstadion: Rapid - Videoton 2:2 / Tore: Szabo (31.), Vegh (87., E.); Weber (82.), Panenka (90., E.)
30.09.1981: Szekesfehervar: Videoton – Rapid 0:2 / Tore: Krankl (21., 83.)
1985/86: EC der Cupsieger, 1. Runde - Aufstieg
18.09.1985: Hanappi-Stadion: Rapid - Tatabanya 5:0 / Tore: Halilović (19., 69., 73.), Kienast (58.), Krankl (62.)
02.10.1985: Tatabanya: Tatabanya - Rapid 1:1 / Tore: Schmidt (50.); Weinhofer (61.)
2023/24: Conference League, Qualifikation, 3. Runde – Aufstieg
10.08.2023: Weststadion: Rapid – Debreceni VSC 0:0
17.08.2023: Debrecen: Debreceni VSC – Rapid 0:5 / Tore: Seidl (15.), Romantschuk (43., ET), Grüll (51.), Burgstaller (72.), Bajić (90.)
2025/26: Conference League, Play-off:
21.08.2025: ETO Park, Györ: ETO Györ – Rapid 2:1 / Tore: Gavrić (46., 82.); Wurmbrand (61.)