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26.04.2017
Geschichte, ÖFB Cup

History: Rapid und der ÖFB-Cup

Rapid und der ÖFB-Cup: Seit geraumer Zeit leider keine große Liebe, obwohl Grün-Weiß der erste Titelträger in diesem sehr traditionsreichen Bewerb ist - 1919 mit einem 3:0 gegen den Wiener Sportclub, dem ein Jahr später die Titelverteidigung mit einem 5:2 im Finale gegen die Amateure (später Austria Wien) folgte. Zwölf weitere Cup-Triumphe sollten folgen, seit dem letzten im Jahr 1995 (1:0 durch ein Goldtor von Peter Guggi) ist aber leider Sendepause!

Gegen Klubs, die nicht in der höchsten Spielklasse dabei waren, gab es auch die eine oder andere Blamage, man erinnere sich nur an Namen wie Kottingbrunn oder Ranshofen. Auch in Wien kam es zu einigen Duellen gegen Vereine aus der zweiten Liga oder darunter, die laufende Saison mit gleich drei Partien (gegen Karabakh Wien und Leobendorf am Wiener Sportclub-Platz und am Mittwoch gegen den LASK im Allianz Stadion) ist aber alles andere als die Norm.

Wir haben in die Statistik geblickt und schauen auf alle Cup-Spiele der letzten 50 Jahre, die Rapid in Wien gegen Vereine bestritt, die zum Zeitpunkt des Duells nicht in der höchsten Spielkasse dabei waren:

1967 bis 1977

28. April 1968: Wacker Wien, ein Jahr zuvor aus der Nationalliga abgestiegen schafft es bis ins Semifinale, empfängt in Meidling vor 13.000 Zuschauern Rapid und Grün-Weiß zieht mit einem klaren 3:0 (Tore durch Seitl, Kaltenbrunner und Grausam) unter Trainer Rudolf Vytlacil ins Finale ein, das wiederum mit einem 2:0-Sieg im schütter besetzten Praterstadion (6.000 Zuschauer) endet und Rapid den sechsten ÖFB-Cup-Titel der Vereinsgeschichte bringt.

8. Dezember 1970: Der SC Eisenstadt, wenige Monate zuvor aus der Nationalliga abgestiegen, gastiert vor 4.500 Zuschauer auf der Pfarrwiese. Erst ein Elfmeter von Jonny Bjerregaard in der 85. Minute und zum 2:1 erlöst Trainer Gerd Springer. Es folgen Siege gegen Wacker Wien und Vienna sowie im Finale eine bittere 1:2-Niederlage nach Verlängerung in einem Final-Derby gegen die Austria vor 20.000 Zuschauern!

23. Februar 1973: In der zweiten Runde gastiert Rapid bei Elektra im zweiten Bezirk und gewinnt lediglich 2:1, die Tore erzielen Lorenz und Krankl. Es bleibt nicht das letzte Duell gegen einen unterklassigen Klub in dieser Saison!

6. März 1973: Ab dem Viertelfinale werden die Spiele in dieser Saison in Hin- und Retourmatch bestritten. Auf der Pfarrwiese sehen 2.000 Zuschauer ein klares 3:0 gegen Dornbirn, bei dem Hof, Lorenz und Krankl treffen, das Rückspiel im Ländle geht mit 5:0 noch klarer an die vom Tschechoslowaken Ernst Hlozek betreute Rapid-Elf. Im Semifinale ist leider Endstation, Krankl & Co verlieren mit einem Gesamt-Score von 3:10 gegen die Austria.

4. Mai 1976: Der Villacher SV lockt im Viertelfinale nur 700 Getreue auf die Pfarrwiese. Die versäumen nicht viel, nach einem 0:1 zur Pause verhindern Krankl und Persidis die totale Blamage für die vom legendären Franz "Bimbo" Binder betreuten Grün-Weißen! Später kommt Rapid ins Finale, das in Hin- und Rückspiel ausgetragen wird. Nach einem 1:2 am Tivoli (Rapid-Tor durch Pregesbauer in Unterzahl nach Rot gegen Dokupil) fixiert P. Pawlek im Rückspiel vor 15.000 Zuschauern in letzter Minute mit seinem Goldtreffer dank der Auswärtstorregel den neunten ÖFB-Cuptitel!

1978 - 1987

12. August 1978: Beim SC Simmering müht sich Rapid und muss nach einem 2:2 nach Verlängerung sogar ins Elfmeterschießen. Alle Grün-Weißen treffen, ein Simmeringer nicht, daher wird die große Blamage vor 5.000 Zuschauern gerade noch abgewendet!

26. Oktober 1978: Die bleibt knappe zwei Monate später völlig aus, denn die vom kürzlich verstorbenen Karl Schlechta betreute Mannschaft gewinnt vor über 10.000 (!) Zuschauern am Horr-Platz klar mit 6:0 gegen den Favoritner AC. Endstation ist dann im Semifinale im Weststadion vor 5.500 Zuschauern gegen Wacker Innsbruck (0:2)!

19. August 1981: Wieder geht es in den elften Bezirk und dieses Mal sehen 7.000 einen knappen 2:1-Sieg gegen den SC Simmering. Trainer Walter Skocik wird durch frühe Tore in der Anfangsviertelstunde von Keglevits und Krankl eine noch größere Zitterpartie erspart. Eine Runde später ist aber im Prater Endstation, 1:2-Niederlage bei der Austria, ein Tor von R. Kienast ist zu wenig!

26. Oktober 1982: Hütteldorfer Derby am Nationalfeiertag. 2.500 Zuschauer sehen am Slovan-Platz ein 2:0 für Rapid gegen den SK Slovan-Hütteldorfer AC, dem späteren Jugendklub von Ümit Korkmaz. Ein Doppelpack von Krankl bringt die von Otto Baric übernommene Rapid-Mannschaft ins Achtelfinale.

12. März 1983: Dort wartet wieder ein unterklassiger Wiener Verein und abermals ist es der Goleador, der mit einem Doppelpack zum Matchwinner wird - Endstand vor 4.500 am FAC Platz gegen den Floridsdorfer AC 2:1 und Rapid schafft in dieser Saison nach weiteren Siegen gegen den LASK und Sturm vor jeweils rund 4.000 Zuschauern in Hütteldorf den Einzug ins Finale. Das wird in Hin- und Rückspiel ausgetragen und holt die Baric-Elf mit einem 3:0-Heimsieg vor 13.000 im Gerhard-Hanappi-Stadion und einem phänomenalen 5:0, das schon in der 53. Minute fixiert war, am Tivoli vor 9.000 Zuschauern zum zehnten Mal den ÖFB-Cup nach Hütteldorf. Krankl erzielt in den zwei Finalpartien vier der acht Treffer!

30. August 1983: Erster Sieg am Weg zum elften Cup-Titel! Bei Red Star/Auto gewinnt Grün-Weiß mit 10:0, 2.500 Fans sehen gleich sechs (!) Treffer von Hans Krankl! Legendär die Finalspiele im Mai 1984: Nach einem 1:3 im Prater gewinnt Rapid im restlos ausverkauften Hanappi-Stadion (damals offizielle Zuschauerzahl 20.500!) 2:0 gegen die Austria, die Tore von Weinhofer und Kienast in der ersten Halbzeit sorgen dank der Auswärtstorregel für den zweiten ÖFB-Cup-Triumph unter Trainer Otto Baric!

3. September 1985: Als Titelverteidiger (1984 gelang der Hattrick unter Otto Baric) startet die nun von Vlatko Markovic betreute Rapid-Elf, die wenige Monate davor auch im Europacupfinale stand vor nur 1.400 Zuschauern in den ÖFB-Cup. Gegen den FavAC heißt es am Ende 4:1, Monate später verhindert die Austria in einem verrückten Finale vor 16.500 Zuschauern den vierten Cup-Triumph in Serie - nach einem 3:3 nach 90 Minuten hieß es nach Verlängerung 4:6 gegen den Stadtrivalen.

1988 - 1997

9. Dezember 1989: Das zweite ÖFB-Cup-Spiel in der dreijährigen Trainer-Ära von Hans Krankl. Beim FAC treffen Reisinger, Pfeifenberger und zweimal Fjörtoft vor 1.500 Zuschauern bei einem klaren 4:0-Sieg!

17. April 1990: Im Viertelfinale kommt DSV Leoben ins Hanappi-Stadion. Die Stimmung ist überschaubar, nur 700 (!) Getreue werden Zeugen eines 2:0 (Tore Keglevits, Kranjcar).

24. April 1990: Nur eine Woche danach kommt mit dem SV Spittal wieder ein Klub aus der 2. Division ins Hanappi-Stadion. 3.000 Fans erleben einen 3:1-Heimsieg mit Toren von Pfeifenberger und einem Doppelpack von Kranjcar. Damit Finale, doch der Traum vom ersten Titel unter Trainer Hans Krankl platzt dort in der Nachspielzeit. Andreas Ogris gleicht in der 92. Minute die Führung von Jan Age Fjörtoft aus, dieser wird kurz zuvor ebenso wie der andere Torgarant, Zlatko Kranjcar, ausgewechselt. In der Verlängerung treffen mit Peter Stöger und Ralph Hasenhüttl zwei Austrianer zum violetten Finalsieg, die nunmehr in der deutschen Bundesliga erfolgreich als Trainer tätig sind.

30. Mai 1991: Die wohl bitterste Cup-Niederlage der Rapid-Geschichte. Alles ist angerichtet für den 14. Cuptitel, wartet doch im Finale Zweitligist SV Stockerau. Doch im Praterstadion werden 12.000 Zuschauer trotz einer frühen Rapid-Führung durch Reiter Zeugen einer Sensation. Die von Willi Kreuz betreuten Niederösterreicher drehen das Spiel und vermiesen der mit Stars gespickten Rapid-Elf von Hans Krankl die ganze Saison, selbst Kaliber wie Konsel, Schöttel, Herzog, Keglevits, Pfeifenberger oder Fjörtoft können die Blamage nicht verhindern.

14. August 1991: Wenige Monate danach agiert die Krankl-Elf am Kink-Platz gegen Austria XIII souverän und gewinnt durch Treffer von Fjörtoft (3), Pfeifenberger, Herzog und Poiger vor 1.700 Zuschauern klar mit 6:0 - drei Treffer fallen in der Rapidviertelstunde.

29. März 1992: Die nächste Cup-Blamage folgt im zehnten Bezirk. Beim FavAC bleibt eine abermals mit Stars gespickte Rapid-Elf (u.a. mit Konsel, Pecl, Pfeifenberger, Rodax, Schöttel, Herzog und Fjörtoft) chancenlos und verliert 0:2 beim Zweitligisten, bei dem die späteren Rapid-Trainer Zoran Barisic und Damir Canadi im Einsatz sind. Nach der Saison, die auch in der Liga keine Europacup-Qualifikation bringt (Platz 5) folgt August Starek als Cheftrainer auf Hans Krankl.

1. Mai 1993: Im dritten Cup-Match unter Starek muss Rapid am Tag der Arbei auf der Hohen Warte Überstunden machen. Beim Zweitligisten heißt es vor 3.000 Zuschauern nach der regulären Spielzeit 2:2, in der Verlängerung fixieren Fjörtoft und Griga den Aufstieg ins Viertelfinale!

2. Juni 1993: Im Halbfinale kommt der nächste Gegner aus der 2. Division. Wie schon in der Vorsaison tut sich Rapid gegen den FavAC schwer, kommt dieses Mal aber vor eigenem Publikum (3.500 Zuschauer im Hanappi-Stadion) dank eines Eigentors der Gäste und eines Treffers von Mandreko zu einem knappen 2:1-Sieg. Im Finale folgt leider eine 1:3-Niederlage vor 12.000 Zuschauern im Prater gegen Wacker Innsbruck - weiter warten auf ÖFB-Cuptitel Nummer 14!

10. September 1993: Unter dem neuen Trainer Hubert Baumgartner setzt sich Rapid in Dornbach gegen den unterklassigen Slovan/HAC klar mit 5:1 durch. Vor 1.000 Zuschauern erzielen Barisic (2), Kühbauer (2) und Kubica die grün-weißen Treffer. Im Achtelfinale scheidet Rapid bei der Admira aus, obwohl diese über 50 Minuten in Unterzahl spielt....

27. September 1997: Zwei Jahre nach dem 14. Cup-Triumph (unter Trainer Ernst Dokupil durch ein 1:0 gegen DSV Leoben im Happel-Stadion) und fast genau ein Jahr nach der Blamage beim ASK Kottingbrunn (1:2-Niederlage bei Regionalligisten) gastiert Rapid in der Ära "Dokupil I" in der Heimstätte der Wiener Austria beim unterklassigen Prater SV. Dank "Büffel" Stumpf bleibt die nächste Pleite aus, er erzielt alle Rapid-Treffer beim 3:1. Im Viertelfinale ist Endstation, im Hanappi-Stadion setzt es vor 6.000 Zuschauern ein 1:2 gegen die Admira, die nach Rot gegen Lederer ab der 73. Minute in Unterzahl spielt.

2006 - jetzt (keine Spiele zwischen 1998 - 2005 in Wien gegen unterklassige Klubs)

13. September 2006: Rund neun Jahre nach der Jahrhundert-Blamage (Out im Elfmeterschießen beim oberösterreichischen Landesligisten ATSV Ranshofen unter Trainer Heribert Weber mit den Pflichtspieldebüts der späteren Stars Roman Wallner und Andreas Ivanschitz) wieder kein Ruhmesblatt. Beim traditionsreichen First Vienna FC setzt es für Peter Pacult im Cup-Debüt als Rapid-Cheftrainer eine Niederlage im Elfmeterschießen. 5.500 Zuschauer staunen als nach einem 1:1 nach Verlängerung Vienna-Goalie Fuka, einst im Rapid-Kader, im Elfmeterschießen den entscheidenden Treffer für den Regionalligisten erzielt.

14. August 2010: Das vielleicht kurioseste Cup-Duell überhaupt. Im Hanappi-Stadion treffen die Profis von Rapid auf die eigenen Amateure. Das Duell Bundes- gegen Regionalliga geben sich über 4.000 Zuschauer live und Rapid gewinnt. In dem Fall die Profis durch Tore von Gartler, Saurer und dreimal Salihi. Trainer Peter Pacult, mit Rapid zwei Jahre zuvor Meister, sieht beim "Gegner" unter anderen Christopher Drazan, der elf Monate zuvor das letzte Tor beim 3:0-Heimtriumph gegen den HSV in der UEFA Europa League erzielte.....

19. September 2010: Die nächste Runde führt Rapid ins Horr-Stadion, dort sind die Gastgeber die Amateure des FK Austria. Gartler bringt Rapid in Führung, nach der Verlängerung heißt es aber 1:1 und ist es Helge Payer zu verdanken, dass nicht Hohn und Spott über die Pacult-Elf hereinprasselt, denn dieser hält den entscheidenden Elfmeter. Im Mai endet die Cup-Reise im Semifinale unter Interimstrainer Zoran Barisic mit einer 1:2-Niederlage. Das entscheidende Tor erzielt der nunmehrige LASK-Coach Glasner...

31. Oktober 2012: In der zweiten Saison von Trainer Peter Schöttel gastiert der SCR Altach im Hanappi-Stadion. Vor 3.300 Zuschauern heißt es im Achtelfinale nach 90 Minuten 2:2 (Rapid-Tore durch Sonnleitner und Boyd), in der Verlängerung machen Ildiz und Prager den 4:2-Sieg gegen den späteren Vizemeister der zweithöchsten Spieklasse klar!

16. April 2013: Letztes Spiel unter Peter Schöttel. Gegen den Regionalligisten (!) FC Pasching liefert die Rapid-Elf im Viertelfinale eine inferiore Leistung und ist mit einem 0:1 noch gut bedient. Knapp 3.500 sind schockiert, am Tag nach dem Spiel übernimmt Zoran Barisic das Cheftraineramt, Pasching überrascht aber weiter und gewinnt im Semifinale bei RB Salzburg und im Endspiel gegen die Wiener Austria! Bei Pasching ist mit Philipp Schobesberger ein späterer Rapidler im Einsatz!

8. Juli 2016: Pflichtspieldebüt von Mike Büskens als Cheftrainer. Am Sportclub-Platz gewinnt Rapid in der ersten Runde vor 3.800 Zuschauern sicher gegen den Stadtligisten Karabakh Wien mit 3:1 durch Tore von Joelinton, S. Hofmann und Schwab.

21. September 2016: Sportclub-Platz die Zweite. Gegen den niederösterreichischen Landesligisten SV Leobendorf genügt ein Tor von Schösswendter zum Aufstieg ins Achtelfinale.

26. Oktober 2016: Sportclub-Platz die Dritte. Das letzte Cup-Match unter Mike Büskens ist eine klare Sache. Vor 4.500 Zuschauern fertigt Rapid den Zweitligisten Blau Weiß Linz mit 4:0 ab, die Tore erzielen Schaub, Murg, Kvilitaia und Jelic!

(pk)

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