23.03.2020
Rapid TV, Verein, Geschichte

Die Summe aller Ereignisse: Unvergessliches 7:0

Kein Tag wie jeder andere wurde der geschichtsträchtige 23. März 2008 und sollte unmittelbar danach direkt in die grün-weißen Geschichtsbücher eingehen. Auch wenn die Rahmenbedingungen dies zunächst nicht vermuten ließen, natürlich nicht. Zwar spielte Rapid 2007/08 eine zu Beginn ansprechende Saison, mit vielen tollen Siegen. Aber es waren vor allem im Herbst immer wieder Rückschläge mit dabei, die nicht erwarten lassen konnten, was sich später einstellen sollte. So ließ unsere Mannschaft in kuriosen, aber schließlich fruchtlosen Partien viele Punkte auf der Strecke liegen: 2:3 in Mattersburg, 0:2 beim LASK oder gleich zwei Niederlagen gegen Sturm hintereinander, einem 0:1 in Graz folgte eine 1:5 (!)-Abreibung in Hütteldorf. Ein paar Runden später musste man sich auch Altach in St. Hanappi (0:2), sowie Favorit Salzburg auswärts (1:2) und daheim (1:3) geschlagen geben. Am Ende des Jahres gelang zwar noch ein 2:0 gegen den LASK, Rapid überwinterte auf Rang Vier. Allerdings: Es war eine extrem ausgeglichene Meisterschaft, denn Tabellenführer Sturm (37 Punkte), Salzburg (37, schlechteres Torverhältnis), Austria (37, ebenso), Rapid (36) und auch den LASK (35) trennte kaum etwas. Das Rennen blieb also total offen, und war zu diesem Zeitpunkt spannend wie selten.

Aber Cheftrainer Peter Pacult und das Trainerteam hatten eine gute Mischung innerhalb der Mannschaft gefunden, wo auch das Gefüge ineinander überging und sich immer besser entwickeln sollte: Stützen wie Helge Payer, Markus Katzer, Martin Hiden, Branko Boskovic, oder Steffen Hofmann bekamen weiteren Halt mit arrivierten Kräften wie Markus Heikkinen oder Jürgen Patocka. Um die sich herum viele junge Grün-Weiße tummelten: Veli Kavlak, "Jimmy" Hoffer, Ümit Korkmaz, Andi Dober und Stefan Kulovits, um nur einige zu nennen. Ein weiterer, späterer Meisterfaktor stieß in der Winterpause dazu, denn mit Stefan Maierhofer holte man einen Brecher im Sturm, der sich ideal mit dem schnellen "Jimmy" Hoffer verstehen sollte.

Kaum zu erklären: Rapid jubelte unentwegt, Salzburg war gebrochen.

Dreizehn Runden sollten noch zu spielen sein und mit Wiederankick setzte Rapid alles daran, möglichst um den Titel mitzumischen. Mit vier Siegen aus den ersten fünf Spielen war man hier auch auf gutem Kurs. Für viel Aufregung sorgte dabei aber eine (generell unnötige) 1:2-Niederlage in Altach: Bei einem Elfmeter für die Vorarlberger stand Helge Payer noch mit dem Rücken zum Schützen, als der Ball bereits freigegeben - und verwandelt wurde. Rapid verlor hier aber ebenso, wie kurz darauf in Mattersburg (0:1). Was für ein ordentlicher Dämpfer, der uns sieben Runden vor Schluss vier Punkte hinter Salzburg zurückwarf, immer mit den nächsten Verfolgern LASK und Austria im Rücken. War somit die Meisterschaft bereits vorzeitig entschieden? Tabellenführer Salzburg eilte von Sieg von Sieg und war in bester Verfassung.

Aber unverhofft kommt oft und so brachte die nächste Runde wieder ordentlich positive Stimmung nach Hütteldorf: Rapid sammelte mit einem 2:0-Derbysieg über den Lokalrivalen ordentlich Selbstvertrauen, während Salzburg überraschend beim abstiegsgefährdeten Austria Kärnten Punkte liegen ließ (0:0). Nun war man nur mehr zwei Zähler voneinander entfernt - und bereits am nächsten Wochenende sollte der große Schlager in Salzburg warten! Als man sich dann wiedermal nach Wals-Siezenheim aufmachte, lag der Ball vor allem beim Gastgeber. Auf der einen Seite der Favorit, die starken "Bullen", die mit einem vollen Erfolg wohl schon alles klar machen könnten - denn mit einem vermeintlichen Sieg wäre man fünf Runden vor Schluss ebenso fünf Punkte vor dem Zweiten. Ein Vorsprung, den man sich nicht mehr nehmen lassen würde. Somit lag das öffentliche Momentum klar bei Salzburg, während uns niemand wirklich auf der Rechnung hatte.

Schlusspunkt: 7:0 und damit Tabellenführer!

Den Strich durch selbige machte Rapid gleich in den Anfangsminuten - und spielte sich in einem fulminanten Rausch, der seinesgleichen suchen sollte. Nach gerade mal 17 Minuten stand es bereits 4:0, zwei Mal Maierhofer, je einmal Hoffer und Korkmaz und "Jimmy" sollte danach noch zwei Treffer drauflegen, ehe Kapitän Steffen Hofmann in der Nachspielzeit einen der legendärsten Siege unserer Vereinsgeschichte mit dem 7:0 besiegelte! Salzburg war komplett gebrochen, Rapid total von der Euphorie-Rolle: Unser Fanblock besang die Mannschaft noch gut eine Stunde nach dem Spielschluss, zahlreiche Ehrenrunden und Jubelwellen ließen diesen historischen Tag nicht vergehen. Denn jetzt war auch klar, dass wir Salzburg in der Tabelle überholt hatten. Mit dem Vorsprung von gerade mal einem Punkt eilten wir nur mehr zu Siegen und krönten uns mit einem 3:0 über Altach in riesengroßer Vorfreude zum Meister.

Es war nicht nur der 32. Meistertitel an sich, der unvergesslich bleiben sollte, sondern eben auch das 7:0 in Salzburg, das sich heute zum 12. Mal jährt. Die Art und Weise des Triumphs, dazu die Spannung und vielen Emotionen, die Ausgangslage und der Umstand, dass mit Rapid vor dem direkten Duell nicht wirklich jemand ernsthaft gerechnet hatte. Das alles machte diesen Tag zu einem der größten unserer jüngeren Vereinsgeschichte.

(gub)

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