10.12.2020
Profis, UEFA Europa League, Spielbericht

2:2: Rapid verabschiedet sich aus der UEL

Alles kanalisierte sich in das letzte Gruppenspiel: Nachdem die Ergebnisse der letzten Runden entsprechend waren, kam es, dass sowohl Rapid, als auch Molde intakte Aufstiegschancen hätten. Und klar war auch: Ein 1:0-Erfolg würde uns zuhause gegen den norwegischen Meister aufgrund des bessern Torverhältnisses schon reichen, um an den Gästen in der Tabelle vorbeizuziehen. Aber auch dieses würde 90 schwere Minuten voraussetzen, denn einfach würde die Sache nicht werden. Im Hinspiel gab es vor einigen Wochen ein 0:1, diesmal wollte und musste es Grün-Weiß besser machen. Wieder mit Max Hofmann in der Startelf, der Kapitän hatte zuletzt in Hartberg gesperrt gefehlt. Sonst traten wir in Bestbesetzung an, die wieder genesenen Taxi Fountas und auch Dejan Petrovic saßen auf der Bank.

Und bei leichtem Schneeregen ging es dann auch gleich los: Christoph Knasmüllner setzte ein erstes Ausrufezeichen mit einem gefühlvollen Weitschuss, knapp vorbei (2.). Im Gegenzug antwortete der Gegner via Kapitän Eikrem, der im Strafraum durchging, plötzlich vor Paul Gartler stand, aber an diesem glücklicherweise scheiterte (4.). Das Spiel war eröffnet, ein Abtasten war hier nicht! Denn so ging es (leider) auch weiter, denn nach einer Kombination über mehrere Stationen gelangte der Ball wieder zu Eikrem, der uns mit einem Haken im Strafraum versetzte und an Gartler vorbei einschoss - 0:1 (14.). Fast wäre uns gleich darauf der Ausgleich gelungen, der aussichtsreiche Kopfball von Ercan Kara nach guter Flanke von Srdjan Grahovac ging aber drüber (14.).

Es hieß über die gesamte Fortdauer, aufzupassen, denn die Norweger machten das Spiel nicht nur breit, sondern preschten mit Pressing regelmäßig nach vorne, was uns nicht behagte. Entlastung gab es nach etwas mehr als einer halben Stunde: Ein Schick-Volley zog vorbei (wurde aber wegen Abseits abgepfiffen), ein weiterer Kara-Kopfball, diesmal nach Flanke von Max Ullmann verfehlte sein Ziel (34.). Und einen Distanzschuss von Marcel Ritzmaier parierte Tormann Linde zum Eckball (37.). Vor der Pause gab es aber mehr als nur einen Hoffnungsschimmer: Schick legte von der Seite quer in den Rückraum ab, Ritzmaier kam zum Schuss und schlenzte den Ball vor dem Sechzehner stehend zum Ausgleich ins Eck - 1:1 (43.)!

Hoffnungsschimmer: Marcel Ritzmaier sorgte für den Ausgleich.

Mit der Pause brauchte es neue Kräfte, mit Yusuf Demir und Taxi Fountas kamen zwei Offensivakteure. Aber unsere Hoffnungen erlitten sogleich einen schweren Dämpfer, denn man war kaum noch aus der Kabine, da stand es schon 1:2: Über mehrere Stationen ließ Molde wieder den Ball laufen, Eikrem erzielte im Strafraum sein zweites Tor (46.). Was für ein bitterer Moment. Aber nun mussten wir alles riskieren. Fountas mit Schussversuchen, aber drüber (49., 53.). Im Gegenzug hätte Brynhildsen per Volley für die Entscheidung sorgen können und ließ uns damit im Spiel (57.). Der Gegner zog sich nun immer mehr zurück, stand tief und kompakt, schenkte uns keinen Raum und so liefen wir weiter an. Und die Spieluhr schritt unbarmherzig vorwärts.

Der eingewechselte Koya Kitagawa hätte in der Schlussphase nochmal für Spannung sorgen können, bei seinem Schuss nach Schick-Pass reagierte Tormann Linde mit einem Reflex (83.). Kurz vor der Nachspielzeit fiel dann doch noch der Ausgleich: Melih Ibrahimoglu, ebenfalls eingetauscht, traf mit einem abgefälschten Schuss noch zum 2:2 (der Ball senkte sich ins Netz, 90.). Und kurz darauf fand Fountas noch eine Kopfball-Chance aus spitzem Winkel vor. Es blieb aber beim 2:2. Wenigstens keine Niederlage, aber das war an diesem Tag nur ein schwacher Trost. "Wir können uns nichts vorwerfen, haben alles versucht, uns aber vom zweiten Gegentor nicht mehr erholt", brachte es Thorsten Schick nach dem Spiel auf den Punkt. Kopf hoch, Rapid….

Fotos: GEPA Pictures.

(gub)

UEFA Europa League, 6. Spieltag:
SK Rapid - Molde FK 2:2 (1:1)
Weststadion, SR Guida (ITA)

Torfolge: 0:1 Wolff Eikrem (12.), 1:1 Ritzmaier (43.), 1:2 Wolff Eikrem (46.), 2:2 Ibrahimoglu (90.)

SK Rapid: Gartler – Stojkovic, Hofmann, Barac, Ullmann – Grahovac, Ritzmaier (61./Ibrahimoglu) – Schick, Knasmüllner (46./Fountas), Arase (46./Demir) – Kara (75./Kitagawa)

Molde: Linde – Pedersen, Gregersen, Sinyan, Risa – Hestad (45./Knudtzon), Aursnes, Ellingsen, Wolff Eikrem (58./Huassain), Brynhildsen (58./Omoijuanfo) – James (85./Wingo)

Gelbe Karten: Barac, Stojkovic; Risa, Sinyan, Aursnes