03.12.2020
Spielbericht, Profis, UEFA Europa League

UEL: Keine Überraschung - Klare Niederlage bei Arsenal

Es war ein Spiel der Gegensätze, schon vom Beginn weg: Der Favorit Arsenal empfing uns am fünften Spieltag der UEFA Europa League im Norden Londons, 2000 Zuschauer waren für diese Begegnung zugelassen. Rapid wusste, dass man hier nur überraschen könnte - und tat dies zunächst mit der Aufstellung. Zahlreiche Stammkräfte fanden sich zunächst auf der Ersatzbank wieder und so bekamen mit Richi Strebinger, Mario Sonnleitner, Yusuf Demir und Lion Schuster im Mittelfeld oder Deni Alar im Angriff (neben Koya Kitagawa) zahlreiche weitere Grün-Weiße ihre Einsatzminuten von Beginn an. Taxi Fountas war erkrankt und hatte die Reise nach England gar nicht mitgemacht.

Von Beginn weg gab das in der Premier League kriselnde Arsenal den Ton an und wischte die schwierigen Wochen in der Meisterschaft beiseite: Rapid verlor den Ball im Mittelfeld, die Hausherren schalteten schnell und Lacazette wuchtete den Ball aus rund 25 Metern per Distanzschuss zum 1:0 ins Netz, der Ball hatte ordentlich Effet (10.). Dann ging Pepe auf der Seite zu mühelos durch, bediente mit seiner Flanke Mustafi im Strafraum, der zu unserem Glück aber vorbei köpfelte (13.). Unsere Mannschaft war unter Dauerdruck, konnte sich aus der Beklemmung fast gar nicht befreien und fand sich so in der passiven Rolle wieder: Nach einer Ecke stellte Pablo Mari per Kopf und Innenstange auf 2:0 (17.). Es war kaum eine halbe Stunde gespielt, da stellte sich fast der nächste Gegentreffer ein, Lacazettes Flachschuss vom Sechzehner prallte aber von der Außenstange ab (27.). Maitland-Niles tankte sich durch unsere Abwehr durch und wollte sein Solo mit einem Schlenzer krönen - vorbei (30.). Kurz vor der Pause bekamen wir aber dann den dritten Gegentreffer, der angesichts des Spielverlaufs kaum überraschen konnte: Angriff über mehrere Stationen, Pepe bediente Nketiah im Strafraum, dessen Schuss hatte Goalie Strebinger zwar noch, den Abpraller köpfelte der Arsenal-Stürmer aber zum 3:0-Pausenstand ein (44.).

Lerneffekt: Der Favorit zeigte uns die Grenzen auf.

Rapid musste in Hälfte Zwei anders auftreten, wollte man hier nicht unter die Räder kommen und tat das auch - nicht wegen der beiden Wechsel (Mateo Barac und Thorsten Schick kamen zur Pause), sondern, weil man sich nun auch mehr traute und dagegenhielt. Das wurde belohnt. Die erste gute Offensivaktion führte gleich zu einem Chancen-Reigen, der in ein Tor gipfelte: Yusuf Demirs Hereingabe von der Seite wurde abgewehrt, Kelvin Arase kam zum Schuss, diesen klärte Kolasinac vor der Linie - aber auch den zweiten Versuch von Arase! Und als man dachte, jetzt wäre diese Topchance dahin, verkürzte Koya Kitagawa per Dropkick aus dem Hinterhalt, 1:3 (47.). Ein schönes und wichtiges Lebenszeichen unserer Mannschaft, ein zweites folgte mittels zu weitem Demir-Freistoß (50.).

Wir konnten uns aus der Umklammerung nun befreien, allerdings nur für eine gewisse Zeit. So war Richi Strebinger bei einem Lacazette-Schuss schnell auf dem Boden (58.), während sich Pepe und Maitland-Niles bei einer Doppelchance fast mit uns spielten (59.). Bei einem Stanglpass rutschte Nketiah hauchdünn vorbei (65.). Ehe Maitland-Niles nach einer Kombination Smith Rowe bediente, der zum 4:1 einschob (66.). Das Spiel war damit natürlich klar entschieden, wichtig war nur das Bild, das man dabei abgeben mochte. Und so kamen wir noch einmal vor das Tor der Gunners, Leo Greimls Kopfball nach einer Ecke ging aber drüber (75.). In der Schlussphase drehte dann noch Goalie Strebinger einen Freistoß von Ceballos über die Latte (80.), Einwechselspieler Balogun verfehlte mit einer Volleyübernahme unser Gehäuse. Es war eine Niederlage, die angesichts des schnellen Spielverlaufs so zu erwarten war. Nun kommt es am nächsten Donnerstag zum Entscheidungsspiel gegen Molde um den Aufstieg in der Gruppe B - in Hütteldorf.

Fotos: GEPA Pictures.

(gub)

UEFA Europa League, 5. Spiel:
Arsenal FC - SK Rapid 4:1 (3:0)
Emirates-Stadium, 2.000 Zuschauer, SR Petrescu (ROU)

Torfolge: 1:0 (10.) Lacazette, 2:0 (18.) Mari, 3:0 (44.) Nketiah, 3:1 (47.) Kitagawa, 4:1 (66.) Smith Rowe

Arsenal: Runarsson – Soares, Mustafi (70. Chambers), Mari, Kolasinac, Maitland-Niles – Nelson (63. Willian), Pepe, Elneny (63. Ceballos) – Nketiah (81. Balogun), Lacazette (63. Smith Rowe)

SK Rapid: Strebinger – Sonnleitner, Hofmann (46. Barac), Greiml – Arase, Demir, Schuster, Ritzmaier (66. Knasmüllner), Ullmann (46. Schick) – Kitagawa (65. Kara), Alar (77. Sulzbacher);

Gelbe Karten: Elneny, Mustafi; Ullmann, Sonnleitner