27.01.2021
Profis, Bundesliga, Spielbericht

Überzeugender Auftritt – 2:1 Heimerfolg über SKN St. Pölten

Schnee von gestern: Am Dienstagabend machte noch Frau Holle dem Heimspiel gegen SKN St. Pölten einen Strich durch die Rechnung, einen Tag später lachte die Sonne über Hütteldorf, der Platz präsentierte sich wieder in einwandfreiem Zustand und war vor allem nicht mehr schneebedeckt weiß, sondern schön grün. Die zweite Aufgabe innerhalb von fünf Tagen war eine tierische, denn die Wölfe aus St. Pölten waren zu Gast in Hütteldorf. Eine Mannschaft, deren letzten beiden Gastspiele im Allianz Stadion von Erfolg gekrönt waren. Rapid war zwar gewarnt vor den Niederösterreichern, im eigenen Stadion aber zugleich auch Selbstbewusst genug, um die drei Punkte als Ziel zu setzen. Demnach gab es auch keinen Grund in der Startformation Umstellungen vorzunehmen, das Trainergespann schenkte exakt derselben Elf vom Auftaktspiel am vergangenen Freitag das Vertrauen…

…und das aus einem guten Grund, denn Rapid begann dort wo sie gegen Sturm aufgehört hatten. Dabei tasteten sich die Grün-Weißen langsam ans gegnerische Tor heran – Schick und Ritzmaier kamen in den Anfangsminuten zu jeweils einer Halbchance. Deutlich knapper wurde es in Minute elf – Kara übernahm eine scharfe Hereingabe von Schick direkt und war somit zugleich der Vorbote für den darauffolgenden Nachschuss von Knasmüllner, den ein St. Pöltner-Verteidiger kurz vor der Linie klären konnte. In dieser Tonart ging es zunächst auch weiter. Wieder ein Angriff über den Flügel, wieder kam Kara in der Box zum Abschluss, Riegler hielt das Wolfs-Gehege sauber (12.). Der Führungstreffer lag nicht nur in der Luft, sondern fiel dann auch wenige Minuten später, allerdings auf der falschen Seite. Mit der ersten Offensivaktion startete Schmidt in den freien Raum, ließ Strebinger mit einem Haken aussteigen – 0:1 (14.). Eine Aktion reichte den Wölfen, um den Spielverlauf völlig auf den Kopf zu stellen – die Freude darüber war aber nur von kurzer Dauer. Die Grün-Weißen blieben nämlich unbeeindruckt und schlugen prompt zurück: Stojkovic mit einer butterweichen Flanke in den 16er, Knasmüllner machte den einen, entscheidenden Schritt von seinem Gegenspieler weg und platzierte das Leder per Kopf genau neben Riegler und der Torstange – 1:1 (16.).

Spielstand egalisiert und die Hütteldorfer drängten auf den nächsten Treffer. Ritzmaier setzte aus halb linker Position im Strafraum das Leder mit einem Vollspann-Schuss über das gegnerische Gehäuse (23.). Bis auf ein paar wenige Kontermöglichkeiten der Wölfe war es in Hälfte eins ein Spiel auf ein Tor, mit grün-weißen Chancen im Minutentakt. Eine Ullmann-Flanke übernahm Schick aus vollem Lauf, Riegler wäre chancenlos gewesen, hatte aber Glück, das der Ball knapp das lange Eck verfehlte (27.). Ein Aktivposten in der Offensive war einmal mehr Ercan Kara, dessen Versuch mit der Ferse der beste St. Pöltner am Feld - Torhüter Riegler parieren konnte (28.). Einziges Manko in diesem Spiel: die Chancenverwertung! Ljubicic legte den Ball von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr ab auf Schick, im Ruschten gelang es dem Außenbahnspieler nicht mehr den Ball zu platzieren (32.). So endete der erste Durchgang aus Sicht der Gäste mit einem schmeichelhaften 1:1 Unentschieden, für die Kühbauer-Elf hingegen war klar: Im zweiten Abschnitt müssten die Offensivaktionen konsequenter zu Ende gespielt werden. 

Trotz Rückstand konnten Knasmüllner & Co nicht zu Fall gebracht werden.

Nahtloser Übergang nach Wiederanpfiff. Über den linken Fuß von Ritzmaier landete der Ball am kurzen Eck bei Knasmüllner, den unkonventionellen Torschuss ließ Riegler kurz abtropfen direkt vor die Beine von Kara, dieser wiederum feuerte das Leder auf den Rücken von Knasmüllner - kuriose Szene (50.). Vier Minuten später hätte Knasmüllner zum Kopfballungeheuer werden können, wäre Riegler bei seinem Kopfball nicht rechtzeitig im Eck gewesen (54.). Die 66. Minute sorgte dann für die Erlösung. Schick glänzte schon bei der Vorarbeit, wie aber Kara mit dem Rücken zum Tor den Ball auf akrobatische Art und Weise über Riegler ins Netz beförderte, war aus der Rubrik „Tor des Jahres“ – Traumtor à la Zlatan Ibrahimovic – 2:1!

Rapid beeindruckte an diesem Abend wieder in allen Belangen. Viel Bewegung im Spiel nach vorne, ein schnelles, ansehnliches Kombinationsspiel und gegen den Ball ein kompaktes Defensivverhalten. Der SKN kam kaum in den Genuss ihre Stärken auszuspielen, das Verteidigen von grün-weißen Angriffen beherrschte ihr Spiel. Das direkte Bruder-Duell Dejan gegen Robert Ljubicic hätte der Rapid-Kapitän beinahe mit einem Torerfolg für sich entscheiden können, verfehlte allerdings nach einer Ecke den Ball im Fünf-Meter-Raum (80.). Anstelle eines Jubels kam es für Dejan Ljubicic leider ganz anders. Nach einem unglücklichen Zweikampf mit Pokorny musste der Mittelfeldstratege vorzeitig ausgewechselt werden (88.). Die erste Diagnose sorgte aber für aufatmen – Fußprellung. Nach 94 Spielminuten war Schluss in Hütteldorf. Die Kühbauer-Elf bestätigte ihre spielerischen Qualitäten, wenngleich der Sieg heute Abend deutlich höher ausfallen hätte können – Bravo, Rapid!

Mit zwei Auftaktsiegen im Gepäck, reist Rapid am kommenden Wochenende zum nächsten Spitzenspiel und da geht es wieder gegen einen direkten Tabellenkonkurrenten – nämlich nach Pasching zum LASK!

Fotos: GEPA

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Stimmen nach dem Sieg gegen St. Pölten

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