28.07.2015
Verein

Wieder ist eine Transferzeit zuende gegangen, und sie verlief bei unserem Verein recht ruhig. „In erster Linie hatten wir die Intention, den Kader so zu belassen, da das Verhältnis von Qualität und Quantität sehr ausgewogen ist – und passt“, so Sportdirektor Alfred Hörtnagl. Schließlich rangiert man in der Tabelle stolz an der Spitze, und auch die internationalen Auftritte können sich rückblickend in Summe sehen lassen. All das blieb auch anderen Vereinen nicht verborgen, wie Hörtnagl erzählt: „Es gab einige konkrete Anfragen für den ein oder anderen Spieler. Wir haben aber sofort im Ansatz kein Signal für Transfers gegeben und so die Interessenten abgeblockt.“Doch das betrifft hauptsächlich die arrivierten Profis. „Jungen Spielern haben wir auch diesmal wieder verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten geboten. Mit ihrem Wechsel zu diversen Vereinen in höheren Leistungsklassen sollen sie weiter Spielpraxis sammeln“, sagt Hörtnagl und verweist darauf, dass mit aktuell Kovacevic (LASK Amateure) der bereits zwölfte Spieler verliehen ist. Denn da wären noch…In der Bundesliga: Lukse (SK Sturm), Schrammel (SV Ried), Kayhan (Wr. Neustadt)In der Ersten Liga: Mehic, Toth, Sütcü (alle Vienna), Fabiano, Prokopic (beide Wacker Innsbruck), Fröschl (FC Lustenau), Sandic (Altach)Im Ausland: Palla (Dunajska Streda)Sie alle stehen im ständigen Fokus Rapids, ihre Leistungen beim anderen Verein werden analysiert. „Ohne diesen Weg über die Leihe wäre es unmöglich, all diese Spieler beim SK Rapid zu entwickeln“, betont unser Sportdirektor: „Es ist schlichtweg kaum Platz in den jeweiligen Kadern vorhanden.“ Gemeint sind damit die Kampfmannschaft, die derzeit 24 Spieler umfasst und die Rapid Amateure (momentan 25 Akteure). Und:  Wird etwa ein „Amas“-Spieler verliehen, so bleibt die frei gewordene Position nicht lange unbesetzt. „Wir können mit unseren Spielern aus den eigenen Reihen aus dem Vollen schöpfen“, so Hörtnagl. Für das Frühjahr werden etwa sechs junge Rapidler der AKA U19 zu den Amateuren nach oben geschoben.  Überhaupt die „Amas“: Mit Ausnahme von Kapitän Jusic ist kein Spieler vor 1989 geboren, was einen Altersdurchschnitt von aktuell 18 Jahren (!) ergibt.„Das Ziel eines jeden jungen Spielers soll sein, auf dem schnellsten Weg vom Nachwuchs den Sprung in den Profifußball zu schaffen. Dort muss man sich früh behaupten, sich durchsetzen. Das ist der Weg, den Rapid verfolgt“, sagt Alfred Hörtnagl. Und wird ein Akteur verliehen, so bekommt er die Chance, sich mit seinen Leistungen andernorts für Rapid wieder in den Vordergrund zu kicken. Wie etwa Paradebeispiel Rene Gartler, der bei Lustenau spielte, in der Ersten Liga Torschützenkönig wurde und dann zurück geholt wurde. Oder man schafft den Sprung zu den Profis direkt, wie Pehlivan, Drazan oder Trimmel. Doch auch wenn der direkte Weg vorerst noch verwehrt bleibt, und Abenteuer bei anderen Vereinen mitunter anstrengend sein mögen: „Alles geschieht nach Absprache mit den Spielern selbst“, so Hörtnagl, „und jeder weiß, dass er mit seinen Leistungen und Erlebnissen vor allem eins weiterbringt: Die Entwicklung als Spieler und als Persönlichkeit. Und das kann man gar nicht hoch genug einschätzen.“(gub)