17.02.2018 18:00
tipico Bundesliga, Profis, Spielbericht

1:1 - Zwischentief beim Wintereinbruch

1:1 - für unsere Ambitionen war auch das Unentschieden gegen Sturm zu wenig.

Kurz vor dem Schlagerspiel, dem 100. Heimspiel Rapids gegen den SK Sturm wurde es ganz leise im Allianz Stadion: Der langjährige Bundesliga- und Sturm-Präsident Hans Rinner war nach schwerem Leidensweg in der Nacht verstorben, für ihn gab es eine Gedenkminute. Danach sahen 20.200 Fans (darunter 1.500 Grazer), dass sich bei Rapids Kader etwas getan hatte: Boli Bolingoli gab nach seiner Zerrung sein Comeback und auch Manuel Thurnwald - auf der Bank - meldete sich nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk wieder matchfit zurück. Ansonsten gab es nicht die großen Umstellungen, vielmehr galt die Devise: Reaktion zeigen auf die Niederlage in der Südstadt vergangene Woche!

Und das tat unsere Mannschaft zu Beginn: Nach einem kurzen Abtasten ging es hier los und Thomas Murg schlenzte gefühltvoll den Ball aufs lange Eck, traf dort aber nur Aluminium (7.). Auf der Gegenseite nützte Lovric einen Abspielfehler unserseits und schickte Ex-Rapidler Alar, der aber an unserem Richard Strebinger im Tor scheiterte - es war eine ganz wichtige Parade, derer an diesem Spieltag noch einige folgen sollten (9.). Dann war es wieder Murg, der beim nächsten Angriff den Ball nicht mehr unter Kontrolle bekam und diesen neben dem herausgelaufenen Goalie Siebenhandl ins Aus spitzelte (16.). Ehe die Gäste plötzlich auf 0:1 stellten: Sturm erkämpfte sich in unserer Vorwärtsbewegung den Ball, schaltete über Lovric und Alar schnell, letzterer bediente im Strafraum Röcher, der von der Seite ins Eck abschloss (20.).

Es war ein Rückschlag, von dem wir lange brauchten, um uns zu erholen. Nur wenige Minuten später überrumpelte uns Sturm erneut, als Hierländer plötzlich mutterseelenallein auf unser Tor zog, dann dankenswerterweise aber die schlechteste aller Optionen wählte und mit einer Mischung aus Flanke und Pass nicht auf Alar auflegen konnte - vorbei (28.). Im Gegenzug wieder Rapid, wo Philipp Schobesberger nach einem Lochpass auf Siebenhandl zulief, dieser aber die Ecke zumachte (32.). Mit einer Chance von Spendlhofer, der nach einem langen Freistoß ans Außennetz setze, gingen die ersten 45 Minuten zu Ende - und wir mit dem Rückstand in die Kabine.

 

In der zweiten Halbzeit ersetzte zunächst Tamas Szanto im Mittelfeld Thanos Petsos; das große Aufbäumen blieb aber vorerst aus. Rapid mühte sich, in einem hektischen Spielgeschehen die Kontrolle zu erlangen, verfing sich immer wieder in Zweikämpfen gegen bissige Grazer, die ein oder andere Verwarnung des Schiedsrichters tat ihr Übriges. Und so dauerte es bis zur 65. Minute, bis wieder Torgefahr zu verzeichnen war - allerdings auf der Gegenseite, denn Zulj nützte einen Fehlpass von uns, probierte es mit einem Heber von der Mittellinie, der Ball landete aber über dem herausgelaufenen Goalie Strebinger am Obernetz. In der Folge versuchten wir, Löcher in der Grazer Abwehr aufzureissen, mussten uns aber immer wieder vor deren Kontergelegenheiten in Acht nehmen. Hier spielten die Gäste ihre Chancen oft zu inkonsequent zu Ende, es blieb beim 0:1.

Schneeregen setzte ein und es wurde immer kälter. Just in dieser Phase kam Rapid aber endlich wieder auf und drängte. Ein ansatzloser Weitschuss von Szanto landete an der Oberlatte (83.), ein Schuss aus der Drehung von Joelinton wurde von Tormann Siebenhandl pariert (86.). Die Aufbruchsstimmung wurde belohnt: Nach einem Pass in den Rückraum wuchtete der mitgelaufene Boli Bolingoli den Ball vom Sechszehner ins Kreuzeck - 1:1 (88.)! War hier noch etwas drin für uns?

Leider nicht, denn in der fünfminütigen Nachspielzeit kamen wir zu keiner konkreten Torchance mehr - und hatten in der letzten Szene des Spiels noch Glück und das Können von Richi Strebinger: Unser Schlussmann parierte glänzend, als Zulj freistehend aus elf Metern im Strafraum zum Schuss kam und hielt so das Unentschieden in Hütteldorf. Das winterliche Treiben hatte dann seinen Schlusspunkt gefunden. In der nächsten Woche, wenn wir den LASK empfangen, muss uns dann aber wieder wärmer werden - wenn endlich der erste Sieg im Frühjahr her soll. Denn im Kampf um den Europacup-Platz war das Duell mit Sturm nur bedingt ein Schritt nach vorne.

(gub)

 

tipico Bundesliga, 23. Runde:
SK Rapid - SK Sturm 1:1 (0:1)
Allianz Stadion, 20.200 Zuschauer, SR Drachta

Torfolge: 0:1 (20.) Röcher, 1:1 (88.) Bolingoli;

SK Rapid: Strebinger - Auer, M. Hofmann, Galvao, Bolingoli - Ljubicic, Petsos (55./ Szanto) - Murg, Joelinton, Ve. Berisha (62./Kvilitaia) - Schobesberger;

SK Sturm: Siebenhandl - Koch, Spendlhofer (84./Schoissengeyr), Maresic, Schulz, Schrammel - Hierländer, Lovric (71./Potzmann), Zulj, Röcher (76./Jantscher) - Alar;

Gelbe Karten: Galvao, Petsos, Joelinton; Schrammel, Spendlhofer, Koch;

 

Umfrage

Alle Umfragen

Wer war Euer Man of the Match beim 1:1 gegen den SK Sturm?

Anzahl der Stimmen: 357
(1) Richard STREBINGER
30%
(3) Lukas GALVAO
2%
(5) Boli BOLINGOLI
53%
(7) Philipp SCHOBESBERGER
3%
(9) Veton BERISHA
0%
(13) Giorgi KVILITAIA
0%
(18) Tamas SZANTO
1%
(19) Thomas MURG
3%
(20) Maximilian HOFMANN
1%
(24) Stephan AUER
0%
(34) JOELINTON
3%
(39) Dejan LJUBICIC
2%
(55) Thanos PETSOS
3%