08.09.2019 08:00
Forum Alpbach, EFA, Wirtschaftsgespräche

"Die Freiheit, auf Angriff zu spielen". Der SK Rapid beim Forum Alpbach

Was haben Fußball, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam? Michael Krammer hatte darauf Antworten (Foto: EFA/Jannik Rakusa)

Michaela Huber (Vorständin ÖBB-Personenverkehr AG) sprach u.a. über die lebenslange Leidenschaft von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Foto: EFA/Jannik Rakusa)

Kabarettist Florian Scheuba genießt nach eigenen Aussagen "maximale Freiheit" (Foto: EFA/Jannik Rakusa)

Nach der gelungenen Premiere im Vorjahr nahm der SK Rapid die diesjährigen Wirtschaftsgespräche im Tiroler Bergdorf beim Europäischen Forum Alpbach 2019 neuerlich zum Anlass, um lehrreiche Parallelen zwischen dem Wirtschaftsleben und dem Fußball zu zeihen. Schließlich war das diesjährige Generalthema "Freiheit und Sicherheit" nahezu prädestiniert, um die Gemeinsamkeiten beider Bereiche näher zu betrachten - und konnte es doch wohl kein Zufall sein, dass die Breakout Sessions in diesem Jahr auf 90 Minuten verkürzt wurden.

Die Freiheit, auf Angriff zu spielen
Bei Anpfiff um 11:00 Uhr war der Saal im Alpbacher Congress Centrum jedenfalls wieder prall gefüllt mit rund 100 Vertretern der Wirtschaftselite des Landes, um über "Die Freiheit, auf Angriff zu spielen" zu diskutieren. Neben Gastgeber SK Rapid Präsident Michael Krammer nahmen am Podium Michaela Huber, Vorständin ÖBB-Personenverkehr AG, Vizepräsidentin der Sportunion und glühende Rapid-Anhängerin, sowie Florian Scheuba, Kabarettist, Satiriker und ebenfalls leidenschaftlicher Rapid-Fan, Platz. Mit seiner bekannt spitzen Zunge war er ein weiterer Garant für eine kontroversielle, spannende grün-weiße Breakout Session.

In den kurzweiligen 90 Minuten wurde entlang der drei Schwerpunkt-Themen "Spielen", "Freiheit" und "Angriff" reflektiert, was Fußball, Wirtschaft und Gesellschaft heute eint. Die abwechslungsreiche Diskussion am Podium, aber auch mit den Teilnehmern im Saal, startete Michael Krammer mit einem historischen Schmankerl – wer wusste schon, dass die Fußball-Begeisterung in Hütteldorf das Werk "Masse und Macht" von Nobelpreisträger Elias Canetti sozusagen begründet hat? Fast 100 Jahre später hat diese Kraft des SK Rapid kein bisschen verloren und Fußball ist immer noch einer der wenigen Lebensbereiche, bei denen man seine Präferenz ein Leben lang nicht ändert. Davon träumen natürlich Wirtschaftsunternehmen und Marken. Lebenslange Leidenschaft beobachtet ÖBB Personenverkehr-Vorständin Michaela Huber bei jenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich ganz und gar der Faszination "Bahn" verschrieben haben – ähnlich den Fan-Clubs im Fußball. Sehr persönlich, höchst unterhaltsam und nicht ohne Stolz schilderte sie am Podium die "Fan-Aktivitäten" dieser Kolleginnen und Kollegen, mit all ihren Besonderheiten und Ritualen. Florian Scheuba stellte abschließend die These auf, dass die Faszination Fußball geradezu die Widerlegung von Hayeks "Homo Oeconomicus" darstellt. Und warnte gleichzeitig davor, dass der Fußball international unter dem marktwirtschaftlichen Druck auch massiv leidet.

Hohes Sicherheitsempfinden unter Stadionbesuchern
Zum Generalthema "Freiheit und Sicherheit" beleuchtete Michael Krammer insbesondere auch den Aspekt der Meinungsfreiheit im Stadion, die der SK Rapid hochhält, den Verein aber auch immer wieder in ein Spannungsfeld stellt, muss doch laufend entschieden werden, wo Grün-Weiß Position bezieht. Dass der SK Rapid hier aber in Sachen Sicherheit im Stadion vieles richtig macht, belegen aktuelle Befragungen: So ist die gefühlte Sicherheit bei jenen, die regelmäßig das Allianz Stadion besuchen, ungleich höher ist als bei Personen, die nie bei den Heimspielen der Hütteldorfer live dabei sind. Die Rolle der Medien für das Sicherheitsgefühl der Öffentlichkeit wurde in diesem Zusammenhang durchaus kritisch diskutiert – auch im Publikum. Florian Scheuba klagt etwa an, dass Fußball-Fans von Medien häufig als "Angstfläche" missbraucht werden. Für Michael Krammer zeigen auch abseits des runden Leders Beispiele wie die Registrierungspflicht für SIM-Karten, dass überbordende Sicherheitsmaßnahmen häufig genau das Gegenteil ihrer Intention bewirken.

 

Der grün-weiße Beitrag beim diesjährigen Forum Alpbach war neuerlich einer der meistbesuchten.

Dass es – im Fußball wie in der Wirtschaft – vor allem auch eine Führungsaufgabe ist, die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit zu schaffen, darüber waren sich alle Teilnehmer einig. Verbunden mit der Empfehlung an die anwesenden Top-Manager, sich mit der herausfordernden Rolle von Trainern im Fußball auseinander zu setzen und sich von ihnen nützliche Tipps fürs Wirtschaftsleben zu holen. Für Michael Krammer gehört zum Erfolg auch, Regeln zu brechen – vor allem die "Regeln im Kopf". Analog zu Weiterentwicklungen beim Spielsystem im Fußball, muss man auch in einem Unternehmen manchmal eine "Quasi-Regel", die bis zu einem gewissen Zeitpunkt gegolten hat, brechen und neue Wege gehen, um weiterhin erfolgreich zu sein. Das bestätigt auch Michaela Huber, die vor allem auch eine Kultur des Scheiterns hierzulande vermisst. Ähnlich wie im Sport ist es auch in der Wirtschaft aus ihrer Sicht entscheidend, Demut vor der Aufgabe zu haben und auch die Erfahrung zu machen, wie sich Misserfolg anfühlt. Um sich von der Angst vor dem Scheitern nicht lähmen zu lassen, sondern an Niederlagen wachsen zu können. Davon kann auch Florian Scheuba berichten, der laut Eigenaussage "nix gelernt hat und damit null Sicherheit, aber maximale Freiheit genießt".

In der Rapid-Viertelstunde widmete sich das Podium noch der Frage, warum Erfolg oft nicht gelingt, wenn man nur "auf Sicherheit" spielt – im Fußball wie im Wirtschaftsleben. Wann ist der richtige Moment, auf Angriff zu spielen? Für Michael Krammer ist neben der Anzahl der "Angriffe" – im Sinne von Maßnahmen – vor allem die Akzeptanz bei den von diesen Maßnahmen Betroffenen entscheidend. Michaela Huber schilderte einmal mehr eine unterhaltsame Anekdote – und zwar von ihrem Auftritt beim traditionellen Fußball-Match der Wirtschaftsleute in Alpbach, an dem sie vor einigen Jahren teilgenommen hat und dabei von einem prominenten Mitspieler aus der heimischen Politik einfach überspielt worden war. Ihr Learning fürs Leben: die besten Angriffe sind jene, bei denen man seinen Gegner stets im Blick hat.

Dass der Alpbach-Beitrag des SK Rapid erneut zu einem der am besten besuchten und auch abseits der Gespräche heißest diskutierten galt, lag nicht nur an der angeregten Podiumsdiskussion oder daran, dass es beim kleinen Quiz mit unterhaltsamen Fußballer-Zitaten und kniffligen Fußball-Regeln ein paar Rapid-Fanartikel zu gewinnen gab. Die Stimmung war wie schon im Vorjahr ungleich lockerer und familiärer, als man es von Vorträgen dieser europaweit beachteten Veranstaltung sonst gewohnt ist. Dazu beigetragen hat wohl auch die Stadion-Atmosphäre mit Rapid-Bier und Wurstsemmeln, die auch heuer wieder während der Diskussion gereicht wurden. Der Rapid-Geist tut dem elitären Europäischen Forum Alpbach jedenfalls gut – und bietet umgekehrt dem Klub gute Möglichkeiten, seine unvergleichliche Business Community weiter zu stärken und zu erweitern. Denn Rapid nimmt sich die Freiheit, auch in der Wirtschaft auf Angriff zu spielen.

 

"Die Freiheit, auf Angriff zu spielen": Rapid beim Europäischen Forum Alpbach

 

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