12.10.2015 14:30
Akademie, Nachwuchs

"Modernes Tormannspiel geht über den Strafraum hinaus"

Selbständiges Aufwärmen gehört dazu.

Dann legt der Trainer Hand und Fuß an.

Hinter den Kulissen Teil1: Klemens Windbacher ist seit dem Sommer 2012 beim SK Rapid und bekleidet dort das Amt des Akademie-Tormanntrainers. In einem kurzen Gespräch erzählte uns der 25-jährige Purkersdorfer, was ihm bei der Arbeit mit den grün-weißen Nachwuchstalenten wichtig ist.

skrapid.at: Du bist mittlerweile im vierten Jahr als Tormanntrainer bei Rapid, davon eineinhalb Jahre im Nachwuchs und seit eineinhalb Jahren im Akademiebereich. Wie ist es dazu gekommen, dass du als Trainer tätig wurdest und wieso gerade Rapid?

Klemens Windbacher: Angefangen habe ich als Nachwuchstrainer beim FC Purkersdorf, wo ich auch selbst in der zweiten Landesliga gespielt habe und insgesamt vier Jahre in diesem Amt tätig war. Aber ich wollte mich einfach spezialisieren, da ich eben Tormann bin. Kurzer Hand habe ich mich entschlossen die notwendigen Ausbildungen in Angriff zu nehmen. Und da ich schon von klein auf Rapid-Fan bin, war es für mich einfach naheliegend bei Rapid mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben.

skrapid.at: Als Trainer trägt man eine gewisse Verantwortung gegenüber dem Verein, dem Spieler und natürlich auch sich selbst am meisten. Auf welche Ausbildungen stützt du dein Wissen und deine Erfahrung?

KW: Ich bin nicht nur Trainer, sondern auch Sportwissenschafter! Mein Studium an der Universität Schmelz (Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport) schließe ich dieses Jahr ab. Da es nur wenige Leute gibt, die Tormanntraining und Sportwissenschaft miteinander verbinden können, kommt mir das natürlich zugute. Für meine Tätigkeit als Trainer habe ich 2008 den Nachwuchstrainer gemacht und Praxis gesammelt. 2013 legte ich mit dem Tormanntrainer-Grundkurs nach und ein Jahr später schloss ich das ÖFB-Tormanntrainer-Diplom ab. Aber ich will mehr und deshalb mache ich seit Ende August 2015 die ÖFB-Profi-Tormanntrainer-Lizenz. In Verbindung mit meiner fünfzehnjährigen Erfahrung im Amateurfußball ist das eine sehr gute Kombination. All das möchte ich an meine Schützlinge weitergeben.

 
Bei Rapid arbeiten wir als Team, daher kann man sich auf die gegenseitige Unterstützung verlassen, wie in einer Familie!
AKA-Tormanntrainer Windbacher

Sein Schützling Lukas Fila in Action.

Sein Schützling Alex Kniezanrek in Action.

skrapid.at: Jetzt trainieren unsere Mannschaften fast täglich, manchmal auch zweimal am Tag. Wie bringst du die vielen Einheiten unter einen Hut? Wie oft stehst du in der Woche auf dem Platz?

KW: Ohne gutes Selbst- und Zeitmanagement geht gar nichts. Aufgrund meines Studiums und da ich selber noch spiele erfordert es sehr viel Disziplin. Natürlich auch eine gute Zusammenarbeit mit meinen Kollegen und den jeweiligen Mannschaftstrainern. Aber bei Rapid arbeiten wir als Team, daher kann man sich auf die gegenseitige Unterstützung verlassen, wie in einer Familie. Am Platz selber stehe ich dann mindestens vier Tage in der Woche und betreue die Tormänner von der U14 bis zur U18. Nicht zu vergessen sind die Spieltage, an denen ich mit den Burschen das Aufwärmen übernehme und sie vorher und nachher coache. Zeitaufwändig, aber es macht einen riesigen spaß!

skrapid.at: Viele Trainer, viele unterschiedliche Meinungen: Gibt es bei der Ausbildung der jungen Tormanntalente eine gewisse Sache, worauf du besonders Wert legst? Welche Attribute muss ein Spieler mitbringen, ums es ganz nach oben zu schaffen?

KW: Ich lege sehr viel Wert auf fußballerische Qualität. Für das moderne Tormannspiel ist die Ballbehandlung mit dem Fuß sehr wichtig. Der Tormann muss jederzeit in der Lage sein mitzuspielen. In diesem Punkt hat sich zu früher sehr viel verändert, wo es hauptsächlich darauf ankam die Bälle aufs Tor zu halten. Jetzt sollte ein Spieler einige Attribute mitbringen, allerdings ist das genau genommen schwer zu beantworten, da das Tormannspiel sehr breit gefächert ist. Technisch, taktisch, konditionell und psychisch sollte man auf jeden Fall vorn dabei sein. Zusammenfassend: Das Gesamtpaket muss einfach passen.

 
Für das moderne Tormannspiel ist die Ballbehandlung mit dem Fuß sehr wichtig. Der Tormann muss jederzeit in der Lage sein mitzuspielen.
AKA-Tormanntrainer Windbacher

skrapid.at: Wie wir wissen stehst du selber noch zwischen den Pfosten beim USV Pressbaum und sammelst laufend Erfahrungswerte. Welche Tipps bzw. Ratschläge möchtest du deinen Schützlingen mit auf den Weg geben?

KW: Die Einstellung muss zu 100-Prozent passen, denn Talent allein reicht heutzutage nicht mehr aus. Man sollte Spaß an der Sache haben, aber auch wissen, dass es nur in Verbindung mit harter Arbeit geht. Geduldig und entschlossen an die Sache heran gehen, das kann der Schlüssel zum Erfolg sein.

skrapid.at bedankt sich recht herzlich und wünscht dir und deinen Schützlingen weiterhin viel Erfolg!

 

Geboren: 05. April 1990 (25)
Beim SK Rapid seit: Sommer 2012
Position: AKA-Tormanntrainer
Ausbildung: Nachwuchstrainer; Tormanntrainer-Grundkurs; ÖFB-Tormanntrainer-Diplom; ÖFB-Profi-Tormanntrainer-Lizenz (in Ausbildung)

(cw)